Norbert Gramer zeigt seine Epsilons

Unter dem Motto „Epsilons: Bauernopfer oder Der Mensch zählt nicht“ stellt der Remagener Künstler und Philosoph Norbert Gramer ab der kommenden Woche in den Räumen des Gemeindehauses der Marktkirche seine Bilder aus.


In seiner aus Ölgemälden und Zeichnungen bestehenden Bilderreihe Epsilons geht es um persönliche Entscheidungen. Soll ich dem Informationszwang erliegen und mich als gläserne Person darbieten? Soll ich der Werbung nachgeben und jeden Trend des Marktes mitmachen, indem ich meine Person zur Werbefigur erniedrige? Soll ich mich gesellschaftlichen Zwängen hingeben und selbst mein eigenes und das Leben anderer gefährden? Es geht also um existentielle Entscheidungen.


In Anlehnung an Aldous Huxleys Roman Brave New World, in dem die Epsilons die niedrigste Kaste bilden, bewusst gezüchtet, um die niedrigsten Arbeiten zu verrichten, zeigt Norbert Gramer mit seinen Bildern, dass die Menschen sich scheinbar entschieden haben, sich zu unfreien, unmündigen, ohnmächtigen, vollkommen von der Willkür der Mächtigen abhängigen Spielpuppen zu entwickeln.


Gramers Bilder spiegeln den Versuch wider, die Irrealität und die Zergliederung der Wirklichkeit aufzuzeigen. Dabei bedient er sich zwar teilweise einer an René Magritte, Salvador Dalí und Max Ernst angelehnten surrealen Malweise und Darstellungsmöglichkeit, bildet aber nicht nur traumhafte innerpsychische Vorgänge ab, sondern greift konkrete religiöse, gesellschaftspolitische und philosophische Themen auf und löst sich damit – letztlich auch in der Gestaltungsform - von seinen surrealistischen Vorbildern.


Die Ausstellung wird am Freitag, den 17. Mai um 17 Uhr eröffnet und ist bis 11. Juni 2019 zu den Öffnungszeiten des Café Auszeit zu sehen.

 


HisStory - Das Christentum verändert die Welt

Mit 2,4 Milliarden Menschen, die sich zum christlichen Glauben bekennen, ist das Christentum die größte Religionsgemeinschaft der Welt. Alles begann vor 2000 Jahren mit einem Mann, der seinen Nachfolgern einen großartigen Auftrag gab: „Geht hin in die ganze Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“ Dieser Mann war Jesus Christus.

Und seine Nachfolger haben sich daran gemacht, diesen Auftrag umzusetzen. Am Anfang waren es nur zwölf Männer, die in Jerusalem zusammen waren. Christen wurde diese Gruppe genannt und von vielen Zeitgenossen belächelt. Aber die Nach-folger von Jesus hielten an ihrem Auftrag fest und verbreiteten den christlichen Glauben immer weiter und weiter. Weil Jesus ihnen einen neuen Lebensinhalt gegeben hatte, veränderte sich auch das Leben in der Gesellschaft. In der römischen Gesellschaft galt das menschliche Leben nicht viel. So war es völlig gebräuchlich, Neugeborene einfach auszusetzen. Die Christen nahmen sich dieser Findelkinder an. Eheliche Treue war bei vielen Römern wie ein Fremdwort. Die Christen betonten den Wert der Ehe und Familie als Basis für die Gesellschaft und sie handelten danach. Alte Menschen wurden einfach ihrem Los über-lassen, ohne sie zu versorgen, die Christen küm-merten sich in besonderer Weise auch um alte Menschen. Weil sie den Kaiser nicht als Gott verehrten, wurden viele Christen verfolgt und ermor-det. Aber die Christen blieben standhaft.

Erinnern Sie sich, wie ein junger Mönch mit der Frage kämpfte: „Wie werde ich gerecht vor Gott?“ und als Folge seiner Überlegungen die Reforma-tion auslöste. Erfahren Sie die Geschichte, wie Männer, wie August Hermann Francke und Georg Müller, denen die Not und das Elend der Kinder aus den untersten Schichten nicht gleichgültig blieb, Heime gründeten und den Kindern eine Schulbildung ermöglichten und ihnen Arbeit ver-schafften. Wie der englische Politiker und Christ Wilberforce es zu seinem erklärten Ziel machte, daran mitzuwirken, dass die Sklaverei abgeschafft wurde, weil er davon überzeugt war, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Lesen und sehen Sie von Beispielen, wie der christliche Glaube die Kultur des Abendlandes beeinflusst hat, in Sprache, Musik, Malerei und Baukunst. Diese Ausstellung zeigt, dass die Geschichte des Christentums eine faszinierende Geschichte ist. Eine Geschichte von Aufbrüchen, von Verfolgungen, von Fehlentwicklungen und von Fortschritten. Eine Geschichte von Menschen, die eines gemeinsam hatten: den Glauben an den Gott der Bibel, den Glauben an Jesus Christus, den Erlöser. Und so ist das Christentum heute noch lebendig in unse-rer Gesellschaft und in vielen Teilen der Welt. Es lohnt sich, sich mit der Geschichte des Christen-tums auseinanderzusetzen.

Zur Ausstellung gehören 150 ausgewählte wertvolle Exponate, z. B. die Hauptwerke der Bekenntnisschriften der Kirchenväter und der Reformatoren, die ersten deutschen Bibeln, die die ganze Geschichte anschaulich und handgreiflich machen.

Beim Betreten der Ausstellung stehen die Besucherinnen und Besucher mitten in einem Zeitstrahl, der mehr als 2000 Jahre visualisiert. In diesem werden in vier Abteilungen mit jeweils sechs Schautafeln die wichtigsten Ereignisse der Kirchengeschichte dargestellt von der frühen Kirche über das Mittelalter, die Reformation bis hin zur Neuzeit. Der Rundgang beginnt mit Jesus und am Ende steht die Frage nach der Zukunft des Christentums.

Die Ausstellung wird vom 24. Februar bis zum 19. März im Gemeindehaus zu sehen sein und am Sonntag den 24. Februar um 10:00 Uhr mit einem Gottesdienst eröffnet werden.

An einigen Tagen werden öffentliche Führungen in der Ausstellung angeboten. Es wird Erlebnisführungen für Kinder geben: Unterwegs mit dem Mönch Martin Luther oder auch den Kreuzrittern.

 

Schulklassen und Gruppen sind eingeladen, die Ausstellung zu besuchen. Anmeldungen zu Führungen unter werner.zupp@ekir.de oder unter  Tel. 02631 25336.

Zur Ausstellung gehört eine Predigtreihe, die unter dem Motto „Die Urgeschichten des Glaubens – Wie alles beginnt!“ steht. Die Predigtreihe gibt einen Einblick in die ersten Geschichten der Bibel.

Sonntag, 24. Februar 2019
ZWEI SORTEN GOLD IM GARTEN EDEN
Wie unsere Kindheit das spätere Leben
bewässert.1. Mose 2, 8-15

Sonntag, 3. März 2019
NACH MIR DIE SINTFLUT
Sind alle Menschen schlecht? 1. Mose 6-8

Sonntag, 10. März 2019
EIN SEGEN, DASS ES DICH GIBT!
Wie Abraham und Sarah zum Segen wurden
1. Mose 12, 1-5


Fotoausstellung: Menschen auf der Flucht

"Menschen auf der Flucht“, so lautet der Titel einer Fotoausstellung, die ab Freitag, dem 16. November in unserem Gemeindehaus zu sehen ist. Hinter diesen Worten verbergen sich die Schicksale von über 65 Millionen Menschen. Die Ausstellung, die von der Neuwieder Amnesty Gruppe organisiert wurde, gestattet einen Einblick in einige der Geschichten von geflüchteten Menschen. Sie zeigt, was es heißt auf der Flucht zu sein, Bedrohung, gesellschaftliche Umwälzung und dem Tod zu begegnen und gezwungen zu sein, das eigene Zuhause zu verlassen, um einen sicheren Ort zu finden.


Große Fluchtbewegungen sind nichts Neues. Die Ausstellung umfasst dabei 70 Jahre und geht zurück bis zum zweiten Weltkrieg. Damals wie heute haben Fotografinnen und Fotografen die  Ereignisse vor Ort dokumentiert. Die Bilder der renommierten Fotoagentur Magnum zeigen, dass Flucht im Laufe der Nachkriegszeit immer auch ein Thema der Fotographie gewesen ist. Eines der ersten Bilder der Ausstellung zeigt geflüchtete Kinder in Griechenland im Jahr 1948 und wurde von David „Chim“ Seymour aufgenommen. Er gründete später die Agentur Magnumphotos zusammen mit den bekannten Fotographen Robert Capa und Henri Cartier-Bresson. Im scharfen Kontrast zu diesem ersten Foto steht ein erst kürzlich entstandenes Bild. Der Fotograf Chien Chi Chang fotografierte 2016 einen Berg von Rettungswesten auf der Insel Lesbos ebenfalls in Griechenland, jedoch fast 70 Jahre später.


Die ausdrucksstarken Bilder der Ausstellung erzählen die Geschichten der Menschen, deren Leben durch die Flucht dramatisch verändert wurde. So finden sich in der Ausstellung Bilder der dramatischen Zerstörung der libyschen Hauptstadt Tripolis, die verstörenden Bilder von Familien mit ihren Kindern, die einen
Trümmerhaufen besuchen, der einst ihr Zuhause in Syrien oder dem Irak war, aber auch das Bild eines flüchtenden Kindes in den 60er Jahren vor einem Bombenangriff in Vietnam. In ihrer Intensität fangen die Fotografien ein, was es bedeutet, wenn Menschen auf der Suche nach Sicherheit sind und sie geben berührende Einblicke, wie Menschen selbst unter den schwierigsten Bedingungen versuchen ihren Alltag zu leben.


Die Ausstellung ist noch bis zum 30. November im Gemeindehaus und im Café Auszeit zu sehen. Sie kann während der Öffnungszeiten besucht werden.


Die Erde schaut uns an

Ausstellung mit Aquarellen von Marlene Zerbe

Es sind die intensiven Farben und die leuchtenden Sonnenscheiben, die einem bei Marlene Zerbe sofort auffallen. Gleich eine ganze Serie von Aquarellen hat sie geschaffen, die fast nur aus Sonnenscheiben bestehen. Die Sonne ist ein Zentrum ihres Schaffens, ein Grundmotiv ihrer Schöpfungen.

Helle Visionen erfüllen die Künstlerin, sie strahlen Lebensoptimismus aus, in denen aber auch das Welten-Dunkel unserer Tage sichtbar wird. Der Zielpunkt ihres künstlerischen Wirkens aber ist eine offene, optimistische Lebensfreude, die in den Blumen und Bäumen, in den Landschaften von Berg und Tal symbolisch menschliche Empfindungen und Haltungen wecken möchte.

 

Die Ausstellung ist bis zum 7. Oktober zu den Öffnungszeiten des Café Auszeit zu sehen und wird mit einer Vernissage am Freitag, den 14. Sept  um 17:00 Uhr eröffnet.


Die Bibel neu entdecken

Große interaktive Bibelausstellung vom 18.02. - 11.03.2018

Eine große interaktive Ausstellung zur Bibel wird am  Sonntag, den 18. Februarin den Räumen des Gemeindehauses an der Marktkirche eröffnet. Unter dem Thema „Die Bibel neu entdecken“ eröffnet die Ausstellung mit ihren verschiedenen Stationen einen ungewohnten und überraschenden Blick auf die Bibel. Durch Hören und Lesen, Gestalten und Klicken, Rätseln und Austauschen sollen Besucherinnen und Besucher ins Nachdenken über das Buch der Bücher gebracht werden. Die Ausstellung weitet auch den Blick auf die Bibel in anderen Ländern und Sprachen und ist in drei Themenbereiche unterteilt. Im ersten Themenbereich geht es um Martin Luther und die Bibel. Neben interessanten Informationen zum Leben des Reformators werden an einer Audiostation zentrale Bibeltexte in Lutherdeutsch vorgelesen und mit Hilfe eines Siebdrucks können sich Besucher im Siebdruckverfahren selbst einen Bibelvers drucken. Der zweite Themenbereich der Ausstellung hat das Thema „Die Bibel im Alltag“. Durch eine Umfrage können Besucher hier u.a. selbst Auskunft darüber geben, was die Bibel für sie bedeutet. Tablets auf flexiblen Ständern geben Informationen darüber, in welchen Medien die Bibel zur Verfügung steht. Der dritte Themenbereich widmet sich schließlich dem Thema der weltweiten Verbreitung der Bibel. Auf großen Weltwürfel gibt es u.a. Informationen über die Länder, in denen die Bibel verbreitet ist Blickfang der Ausstellung ist ein nachgebautes Nomadenzelt aus der Zeit des Volkes Israel. In diesem Zelt können Besucher Platz nehmen. In der Zeit der Ausstellung soll es zum Ort des Erzählens und Hörens auf biblische Geschichten werden. Die Ausstellung wird am Sonntag, den 18. Februar um 10:00 Uhr mit einem Gottesdienst eröffnet.

 

Zum Gottesdienst gehört eine Predigtreihe, die unter dem Motto „Erzähl mir aus der Bibel!“ steht. Biblische Erzählungen werden dann an den kommenden vier Sonntagen im Gottesdienst nacherzählt. Am Sonntag, den 18. Februar 2018 heißt es dann „Und wenn es das Leben kostet“ Die drei Männer im Feueroffen; (Daniel 3+5). Am Sonntag, den 25. Februar 2018 lautet das Thema „Alles muss klein beginnen“, Das Gleichnis vom Senfkorn (Matth.13, 30-32). Am Sonntag, den 4. März 2018 steht der Gottesdienst unter dem Motto „Die Verantwortung nimmt uns keiner ab“, Die Versuchung Jesu, (Matth 4, 1-11) und am Sonntag, den 11. März 2018 „Verzweiflung und Hoffnung“, Die Tochter des Jairus (Mk5, 21-24, 35-43). Der Gottesdienst beginnt jeweils um 10:00 Uhr in der Marktkirche..

 

Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Freitag 14.30 bis 17.30 Uhr sowie sonntags ebenfalls von 14.30 bis 17.30 Uhr.


reFORMation – transFORMation

Ein Kunstprojekt zur Reformation im Rheinland

 

Am 31. Oktober 2017 jährte sich zum 500. Mal der Beginn der Reformation, die Martin Luther mit seinen 95 Thesen in Wittenberg eingeleitet hat. Durch eine Rückbesinnung auf die Bibel hat Luther einen Wandlungsprozess angestoßen, der nicht nur reformatorisch wirkte, sondern auch biblische Impulse in die damalige Zeit transfor-mierte: Gott vertrauen statt Selbstüberforderung, Mut statt Angst, persönliche Perspektive statt Ideologie. Und weiter: Dialog statt Gewalt, Partizipation statt Hierarchie, Leben trotz Schuld und Freiheit zur Liebe. Diese Ideale sind Luthers Dauerauftrag für die Kirche.

 

Reformationsjubiläen gaben immer wieder Anlass, nach einer zeitge-mäßen Interpretation des christlichen Glaubens zu fragen. Vor diesem Hintergrund und mit diesem Text lud die Ev. Kirche im Rheinland unter dem Motto „reFORMation – transFORMation“ Künstler und Künstlerinnen zu einem Kunstwettbewerb ein. Mit ihrer künstlerischen Position sollten sie sich am fortwährenden Such- und Gestaltungsprozess der Reformation beteiligen. Elf Künstlerinnen und Künstler und ihre Werke wurden am Ende von einer Jury ausgewählt und zu einer Ausstellung zusammengestellt. Nach Stationen in der Johan-neskirche in Düsseldorf, in der Notkirche in Essen und der Antoniterkirche in Köln wird die Ausstellung nun vom 4. bis zum 28. November 2017 in der Marktkirche in Neuwied zu sehen sein.

Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt am Samstag, 4. November 2017, um 18:00 Uhr.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Pfarrer Wer-ner Zupp, wird die Kunstkritikerin Charlotte Fichtl-Hilgers eine Einführung in Ausstellung geben. Musikalisch umrahmt wird die Feier von Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt an der Orgel. Er spielt drei Choralvorspiele zu Luther-Liedern, bei denen Luther nicht nur den Text geschrieben, sondern auch die Melodien komponiert hat.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Marktkirche (Di – Fr 10:00 – 18:00 Uhr und So 11:00 -18:00 Uhr) besucht werden.


Frauen der Reformation

Reformation war nicht nur Männersache


Es gibt ein Bild von Lucas Cranach dem Jüngeren auf dem Martin Luther umringt von seinen Mitarbeitern zu sehen ist. Alle sind Männer. Doch ausgerechnet die wohl wichtigste Mitarbeiterin Luthers, seine Ehefrau Katharina von Bora, ist nicht abgebildet. Von einem Filter der Geschichte, spricht Irene Diller von der evangelischen Kirche im Rheinland. „Bei den Mächtigen wurde vor allem überliefert, was Männer gemacht haben“. Zum 500. Reformationsjubiläum ist nun eine Wanderausstellung entstanden, die im Juni auch im Gemeindehaus an der Marktkirche zu sehen ist. Sie zeigt 13 Portraits von Herrscherinnen, Dichterinnen und Theologinnen der Reformation.


Ohne seine Ehefrau und engste Vertraute Katharina von Bora, eine adlige Nonne, hätte Luther zum Beispiel sein offenes Haus nicht unterhalten können. Katharina war vielseitig begabt: Sie zog sechs eigene Kinder auf, besaß ein Landgut, managte Garten, Viehhaltung, Brauerei und sicherte den Lebensunterhalt mit Untervermietungen an Studenten. Auch brachte sie eigene theologische Beiträge zur Reformation ein. Ob aber ihre Beziehung zu Luther gleich -berechtigt war, wisse man nicht, sagt die Historikerin Lyndal Roper. Nach Luthers Tod erlebte Katharina Enteignung und üble Nachrede. Luthers Testament, das ihr alle Vollmachten gab, wurde nicht anerkannt.


Katharina von Bora ist vielen noch ein Begriff – Argula von Grumbach dagegen wird in den Geschichtsbüchern zumeist nur nebenbei erwähnt. Die adlige Mutter von vier Kindern gilt als erste Frau, die öffentlich für die Reformation eintrat. Die scharfzüngige Bibelbekennerin forderte mit einer Streitschrift die Gelehrten der Universität Ingolstadt heraus. Ihre Flugschriften waren ein Riesenerfolg und wurden in Bayern in einer Auflage von 30.000 Stück gedruckt. Argula korrespondierte mit Luther und traf ihn sogar 1530. Doch intellektuelle Gleichstellung gab es im 16. Jahrhundert nicht, so dass Argula an der Universität verspottet wurde.


Katharina Schütz Zell, die bürgerliche Kirchenmutter Straßburgs wurde öffentlich angegriffen, weil sie den evangelischen Prediger Matthias Zell geheiratet hatte. Katharina verteidigte in ihrer ersten theologischen Veröffentlichung die Ehe für Priester und griff die klerikale Hierarchie an.

 

Diese und viele andere Porträts von Frauen der Reformation werden in der Wanderausstellung vorgestellt. Sie zeigen, welchen Anteil Frauen an der Verbreitung von Luthers Thesen hatten. Dass ihre Briefe und Schriften erhalten sind, ist nicht selbstverständlich, denn Frauen lernten im 16. Jahrhundert viel seltener schreiben und lesen als Männer. „Und dann durften sie in vielen Regionen ihre Schriften nicht veröffentlichen, sagt Irene Diller. „Manche haben ihre Schriften dann unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht“.


Die Wanderausstellung Frauen der Reformation wird vom 6. bis 21. Juni im Gemeindehaus an der Marktkirche zu sehen sein. Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 9. Juni, wird es um 17 Uhr einen Einführungsvortrag der Gender-Beauftragen der Ev. Kirche im Rheinland, Irene Diller geben.


Lebens.Raum Psalmen

 

Seit zwei Jahrtausenden sind die Psalmen ein fester Bestandteil der Gebetspraxis im Judentum und im Christentum. Noch heute greifen sie aktuelle Lebensfragen auf und laden ein, das eigene Leben in sie einzutragen. Die Ausstellung „LebensraumPsalmen“, die ab dem 29. Januar im Gemeindehaus der Marktkirche zu sehen ist, möchte zum Dialog mit den Psalmen einladen. Sie stellt die Wirkungsgeschichte der Psalmen in der Kunst, der Literatur und der Musik dar und sie lädt ein, die eigenen Lebens- und Glaubenserfahrungen zu reflektieren.

Die Ausstellung besteht aus fünf „begehbaren“ Räumen. In der Ausstellung werden aber auch wertvolle Psalmenausgaben aus verschiedenen Jahrhunderten präsentiert. Auf einer historischen Gutenberg Druckerpresse wird es die Möglichkeit geben, sich den Psalm 23 selbst zu drucken. Zudem haben Besucher die Möglichkeit, die Psalmen selbst abzuschreiben, so dass ein eigenes „Neuwieder Psalmenbuch“ entsteht.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 29 Januar, mit einem Gottesdienst sowie einer anschließenden Einführung eröffnet . Bis zum 19. Februar ist sie dann zu den Öffnungszeiten des Café Auszeit und zusätzlich an den Sonntagnachmittagen zu besichtigen.

 

ERÖFFNUNG
29.01.2017, 10.00 Uhr
Gottesdienst zu Psalm 8 - Was ist der Mensch?
Anschließend Einführung in die Ausstellung

 

PREDIGTREIHE ZUR AUSSTELLUNG
05.02.2017: Psalm 139 - Rundum geborgen
12.02.2017: Psalm 23 - Zuversichtlich loben
19.02.2017: Psalm 130 - Aus der Tiefe rufen
Die Gottesdienste finden um 10.00 Uhr statt!

 

VORTRAG ZUR AUSSTELLUNG
31.01.2017, 19.30 Uhr
„Die musikalische Entfaltung der Psalmen von ihren Anfängen
bis zur Gegenwart“, Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt

 

KINDERGOTTESDIENST IN DER AUSSTELLUNG
11.02.2017, 09.30 – 11.30 Uhr
„Der Herr ist mein Hirte“

Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Freitag 14.30 bis 17.30 Uhr sowie sonntags ebenfalls von 14.30 bis 17.30 Uhr.


Saints

 

Sind wir nicht alle ein bisschen heilig? Unbedingt sogar – diese Position macht sich die Ausstellung „Saints“ zu eigen, die ab dem 14. Oktober 2016 im Gemeindehaus an der Marktkirche und im Café Auszeit zu sehen sein wird. Dort werden ganz normale Menschen zu Heiligen. Ein besonderer Fokus der Portraits von Nils und Tom Laengner liegt auf den Flüchtlingen.

Was haben diese Augen gesehen? Warum guckt die Frau so ernst? Was hat den Mann so herzlich zum Lachen gebracht? Und welche Geschichte hat der kleine Junge? Es ist eine ungewöhnliche Begegnung, die die Ausstellung ermöglicht: die Begegnung mit Wildfremden – denen wir doch so nahe kommen, wie kaum jemand anderem im Alltag. 44 Portraits von Menschen aus 16 Nationen hat Nils Laengner portraitiert, immer vor ei-nem goldenen Kreis auf schwarzem Grund, inspi-riert durch die orthodoxe Ikonenmalerei.

Jeder Mensch hat eine Bedeutung, jedes Leben hat Würde – diese Botschaft wollen der Fotograf und sein künstlerisches Projektteam zu Bildern machen. „Wir als Protestanten betrachten den Menschen als Ebenbild Gottes. Das macht seine Heiligkeit aus. Und die gilt für ausnahmslos jeden – es gibt keine Unterscheidungen nach Herkunft, Geschlecht, Alter oder sonstigen Kategorien“, so drückt es einer der Mitglieder des Projektteams aus.

 
Kraft und Einzigartigkeit

Tatsächlich strahlen die Dargestellten Kraft aus, Einzigartigkeit und etwas berührend Innerliches. Beim Fotografieren haben sie Bibelverse gelesen, die die Einzigartigkeit und den Wert eines jeden Menschen betonen. Eine Perspektive, die insbesondere mit Blick auf die Situation der Flüchtlinge wichtig ist – und einen Gegenpol zu den Bildern der vermeintlich bedrohlichen Massen bildet: „Wir wollen den Menschen als Menschen zeigen.“ erklärt Tom Laengner. Und so findet der Betrach-ter nichts weiter als einen Namen und das Bild - keine Angaben zu Herkunft, Beruf, Erlebtem. „Man hat sonst ja auch schnell Schubladen parat wie zum Beispiel: Der Flüchtling. Dabei war er gerade vielleicht noch Arzt, Friseur oder Kauf-mann. Wichtig ist, jedem Einzelnen unverstellt zu begegnen“, sagt Ulrike Laengner. Der Gang durch die Ausstellung wird so zu einem berührenden Erlebnis: Mensch trifft Mensch. Nils und Tom Laengner sind übrigens die Brüder des Anhause-ner Pfarrers Andreas Laengner, über seine Ver-mittlung fand die Ausstellung ihren Weg nach Neuwied. Herzlichen Dank dafür!

Im Rahmen einer Vernissage wird die Ausstellung am Freitag, den 14. Oktober 2016 um 17 Uhr eröffnet werden. Sie ist dann zu den Öffnungszeiten des Café Auszeit bis zum 20. November 2016 zu sehen.


Licht und Schatten
Wanderausstellung der Deutschen Organisation für Mosaikkunst

 

Unter dem Motto „Licht und Schatten“ werden noch bis zum 10. April 38 Mosaikwerke im Gemeindehaus und im Café Auszeit gezeigt.

 

Die Deutsche Organisation für Mosaikkunst e.V. (Domo) gab im Jahr 2015 vierzig Mosaikkünstlern dieses Thema als Vorgabe. Die Wanderausstellung, ist das Ergebnis dieser Beauftragung.

 

In Vorwort des Ausstellungskatalog heißt es dazu: „Licht und Schatten, Hell und Dunkel, Plus und Minus, Gut und Böse, Himmel und Hölle, Oben und Unten, Schwarz und Weiß, Themen mit denen wir im Leben und in der Kunst ständig konfrontiert werden. Allzu oft neigen  wir dazu, uns auf eine Seite zu begeben und verlieren  die andere dabei schnell  aus den Augen. Aber worauf es ankommt, ist das Aufeinandertreffen von Licht und Schatten. Dieser Gegensatz durchzieht die Geschichte von Malerei und Zeichnung, von Fotographie und Film.“ Die Mitglieder der Domo starteten mit dieser Vorgabe ihre Arbeiten. Trotz dieser gleichen Vorgabe, gleicht kein Werk dem anderen. Die individuelle Technik, die Wahl des Materials und der Farben und die letztlich jeweilige künstlerische Interpretation geben dieser Ausstellung einen außergewöhnlichen Charakter. Der Deutschen Organisation für Mosaikkunst ist es in den letzten Jahren gelungen, die Mosaikkunst zu verbreiten und ihr eine steigende Beachtung in der Öffentlichkeit und in der Kunstwelt zu verschaffen.