Silvester 2018

Predigt zur Jahreslosung für 2019 (Psalm 34,15)

 

Liebe Gemeinde,


gute Vorsätze gehören zum Jahreswechsel wie Feuerwerk und Glockengeläut. Aber mal ehrlich - haben Sie schon gute Vorsätze für das neue Jahr. Ich habe mich gefragt, wo dieser Brauch seinen Ursprung hat. So ganz genau lässt sich das übrigens nicht sagen. Aber man geht davon aus, dass der Brauch, gute Vorsätze zu fassen, seinen Ursprung im Umfeld besonders strenger Protestanten, also bei  Calvinisten, Puritanern oder Pietisten gehabt hat. Zwei Wurzeln werden genannt: zum einen, dass die Menschen nach den ausgelassenen Feiern zu Weihnachten und zu Silvester wieder zu mehr Enthaltsamkeit ermahnt werden sollten. Die andere Wurzel entspringt der grundsätzlichen Angst vor der Sünde. Gute Vorsätze sollten davor bewahren, Opfer der eigenen Sündhaftigkeit zu werden.


Heute haben sich die guten Vorsätze weitgehend aus ihrem christlichen Ursprung verselbstständigt. Jahr für Jahr zählen zu den Top drei die Vorhaben: Weniger Stress. Mehr Zeit für die Familie. Gesünder leben. Ich bin froh, dass der Brauch der guten Vorsätze nicht mehr mit dem christlichen Glauben in Verbindung gebracht wird.  Denn was sagt uns das über unseren Glauben aus, wenn das Wichtigste für das neue Jahr die Mahnung zur Enthaltsamkeit und die Warnung vor der Sündhaftigkeit wäre. Da gruselt es mich. Da habe ich schon keine Lust mehr auf das neue Jahr.


Ein weiterer Brauch zum neuen Jahr sind die Jahreslosungen; es gibt sie seit 1930; immer ein Satz aus der Bibel. Mir sind sie eine wichtige Tradition geworden; ein Begleiter durch das Jahr. Meistens ein Wort der Ermutigung, des Zuspruchs. Deshalb war ich auch ein wenig erschrocken, als ich die Jahreslosung für 2019 zum ersten Mal gelesen habe. Es ist ein Vers aus dem Psalm 34 und er lautet: „Suche Frieden und jage ihm nach!“
Keine Ermahnung zur Enthaltsamkeit, keine Warnung vor der eigenen Sündhaftigkeit, aber auch – zumindest beim ersten Lesen oder Hören – kein Wort der Ermutigung oder des Zuspruchs. Sondern eine Aufforderung, bei der sich vielleicht auch ein Gefühl der Überforderung einstellen kann. Möchte ich darüber wirklich heute Abend predigen, habe ich mich gefragt? Da mir die Jahreslosungen wichtig sind, habe ich mich auf einen Verstehensweg gemacht  und  möchte Sie nun einladen, diesen Verstehensweg mit mir nachzugehen, wohl wissend, dass Sie bei den Worten der Jahreslosung – „Suche Frieden und jage ihm nach!“ – andere Empfindungen und Gedanken haben könnten als ich.


Der Psalm 34 ist ein Psalm Davids, ein großer Lobgesang auf Gottes Güte und Gnade, auf seine Begleitung und seinen Schutz. David, das erfahren wir aus Vers 1, hat den Psalm auf der Flucht vor König Saul geschrieben, der ihm – wahnsinnig geworden – nach dem Leben trachtet. In höchster Lebensgefahr, nur noch von wenigen Getreuen begleitet, singt David voller Vertrauen. Dieses Vertrauen ist auch das Fundament für den Vers 15: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Die Suche nach Frieden geht nur aus dem Vertrauen auf Gott. Weil ich ihn bei meiner Friedenssuche an meiner Seite weiß, und wenn dem so ist, dann ist die Jahreslosung auch keine Überforderung.


Schauen wir etwas genauer auf den kurzen Vers. Er beinhaltet zwei Aufforderungen. Erstens, den Frieden zu suchen. Das Verb „suchen“ weckt bei mir unterschiedliche Assoziationen. Es steht da nicht „Schaffe den Frieden“, sondern ich soll ihn suchen. Das erinnert mich an Jesu Wort aus der Bergpredigt: „Wer da sucht, der findet“ (Matthäus 7,8) – der Frieden ist also schon da, ich muss ihn nur finden. In der Regel haben wir einen anderen Blick auf die Wirklichkeit: dass wir nämlich eher in friedlosen Zeiten leben, in denen der Friede nicht da ist. Doch möchte ich den Gedanken, dass der Frieden schon da ist, im Hinterkopf behalten. Das zweite Verb der Jahreslosung „nachjagen“ es kommt meinem Empfinden schon eher entgegen. Der Frieden ist ein flüchtiges Etwas; kaum ist er einmal da, ist er auch schon wieder weg, und ich muss ihm nachjagen. Frieden ist nichts von Dauer, das wissen wir alle.


Und denke ich intensiver über die Jahreslosung nach, drängt sich eine weitere Frage auf: Von welchem Frieden ist hier die Rede?  Der globale Frieden, der Frieden zwischen den Völkern,  die Beendigung von Gewalt und Krieg. Ich frage mich, wie hätten Menschen vor 100 Jahren – also 1918 eine solche Jahreslosung gehört und empfunden „Suche Frieden“ – das beinhaltet noch viele andere Themen, der Frieden zwischen Nationen und Religionen. Der Frieden innerhalb der Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Gruppen. Der Frieden zwischen den Konfessionen. zwischen den Generationen und den Geschlechtern. Der Frieden zwischen Arm und Reich. Der Frieden mit der Schöpfung. Alle diese Themen brauchen unser Engagement und unser Gebet. Und allzu oft machen Menschen dabei die Erfahrung des Misserfolgs. Die Erfahrung, doch nichts ausrichten zu können. So schwer es manchmal sein mag, darf aber die Antwort auf diese Erfahrungen des Scheiterns nicht Resignation sein, sondern: „Mehr Engagement, mehr Gebet.“ Von einem Frieden habe ich bisher nicht gesprochen, dabei ist er mir der wichtigste. Weil er die Grundlage für jeden Frieden ist: der Friede mit mir selbst. Den wünsche ich Ihnen für das neue Jahr von Herzen: Frieden mit sich selbst. Weil er friedlicher macht in der Familie, friedlicher am Arbeitsplatz, und im Freundeskreis und in der Nachbarschaft. Weil ich mich im Frieden mit mir selbst leidenschaftlicher einsetzen kann für den Frieden in der Gesellschaft, mit der Schöpfung, weltweit. Weil ich im Frieden mit mir selbst leidenschaftlicher bete. Im Frieden mit mir – kreise ich nicht ständig um mich selbst, bin ich nicht der Mittelpunkt, sondern offen und sensibel für Gott und den Nächsten. Frieden mit mir selbst – ein wichtiges Ziel. Wie suche ich ihn, wie jage ich ihm nach? Darauf gibt es keine Patent -antwort. Ich möchte Ihnen meine Antwort sagen: Liebe. Keine sehr originelle Antwort, auch nicht sehr konkret. Ich meine eine bestimmte Form der Liebe: Zu lieben bedeutet für mich, dass alles gut ist, so, wie es ist; dass ich Ja sagen kann, wie es ist. Ich sage Ja zu mir, so, wie ich bin, und unterwerfe mich nicht den guten Vorsätzen der Selbstoptimierung. Ich sage Ja zu meiner Beziehung und jage keinen Trugbildern des Traumpartners und der idealen Beziehung nach. Ich sage Ja zu meiner Arbeit mit allen Höhen und Tiefen und quäle mich nicht mit den Vorstellungen einer Mustergemeinde. Ich liebe mich, ich liebe meine Beziehung, ich liebe meinen Partner, ich liebe meine Gemeinde. Das ist ein Weg zum Frieden mit sich selbst. Dabei weiß ich sehr genau, dass eine Liebe, die alles gut findet, wie es ist, eine Gratwanderung ist. Denn es gibt Dinge, die nicht gut sind, wie sie sind. Die ich nicht hinnehmen darf – sei es bei mir selbst, bei meiner Arbeit oder weltweit. Doch ich vertraue darauf, dass jede und jeder Einzelne ein gutes Gespür dafür hat, was nicht hinnehmbar ist – und entsprechend handelt. Das Fundament aber ist die Liebe, die Ja sagt.


Eins fehlt noch zum Frieden mit mir selbst, und vielleicht haben Sie diesen Aspekt auch schon vermisst: der Frieden mit Gott. Dabei mag ich davon nicht reden, weil es vermessen ist. Ich kann keinen Frieden mit Gott schaffen, ich kann ihn nicht suchen und ich kann ihm nicht nachjagen. Ich begegne Gott nicht auf der Augenhöhe von Partnern, die untereinander Frieden aushandeln. Den Frieden Gotte, den kann ich mir nur schenken lassen. Die ersten Worte, die der Auferstandene zu den Jüngern sagt, lauten: „Friede sei mit euch.“ Sagt Ja zu dem, was ist. Sagt Ja zum Leben, das den Tod überwunden hat. Dann findet ihr Frieden mit euch selbst und untereinander. Komme, was wolle. Das hat Jesus uns schon in seinen Abschiedsreden versprochen: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“ (Johannes 14,27)


Frieden bleibt bei allen eigenen Versuchen und Anstrengungen ein Geschenk Gottes. Ich darf darum beten und darf ihn annehmen. Deshalb braucht es auch keine guten Vorsätze und keinen neuen Anfang am Beginn des neuen Jahres. Es braucht Glauben, wie ihn Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) formuliert hat. Mit seinen mich persönlich entlastenden und tröstenden Worten möchte ich enden: „Einen neuen Anfang macht allein Gott mit den Menschen, wenn es ihmgefällt, aber nicht der Mensch mit Gott. Einen neuen Anfang kann der Mensch darum überhaupt nicht machen, sondern er kann nur darum beten.“

 

Amen

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Ostern 2018

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Heiliger Abend 2016

Predigt zu Jesaja 9, 5-6

Liebe Gemeinde!


Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn daher geht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth. (Jesaja 9,1-6)

 

1. Gott drückt Dir heute Abend sein Kind in die Arme. Einfach so. Und ohne dich zu fragen. Du hattest gar keine Chance, dich dagegen zu wehren. Und nun ist es da.
Du schaust es an und Du weißt gar nicht so richtig, was Du damit anfangen sollst.
Es ist Dir wehrlos ausgeliefert. Wehrt sich nicht gegen deine Zärtlichkeit. Duldet es, dass Du es verhätschelst und verkitschst und ganz harmlos machst. Und – dass Du es sogar oft vergisst.
Du hast eigentlich gar keine Zeit für dieses Kind. Deine Wohnung ist nicht aufgeräumt. Die Karte an die Patentante noch nicht geschrieben. Der Streit mit dem Chef geht Dir noch nach. Und überhaupt: Du hast viel zu viel mit Dir zu tun. Was soll da dieses Kind?
Aber Gott hat es Dir heute Abend in Deine Arme gelegt.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter.

 

2. Gott drückt Dir heute Abend sein Kind in die Arme.
In die Arme, die so gerne umarmen. Die Du hängen lässt, wenn Du nicht mehr kannst. Und die Du zeigst, wenn Du die Ärmel hochkrempelst.
Gott drückt Dir sein Kind in Arme.
In die Arme, die im Pflegeheim eine Greisin aufrecht setzen, damit sie den Weihnachtsbaum im Gang sehen kann. In Arme, die voll bepackt sind mit Geschenken für die Nichten und Neffen. Aber auch in Arme, derer die nicht wissen wohin mit sich, weil da keiner ist, den sie umarmen können.
Gott drückt Dir sein Kind in Arme, die verschränkt sind und nichts mit ihm zu tun haben wollen. Gott drückt Dir sein Kind in die Arme, in die Arme, die am vergangenen Montagabend in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt um Hilfe geschrien haben, als Menschen wehrlos einem fantischen Mörder zum Opfer fielen. Gott drückt Dir sein Kind in die Arme, in die Arme derer, die die Fäuste geballt haben vor lauter Wut über das, was da in Berlin geschah.
Gott drückt sein Kind in die Arme der Welt.
In die Arme einer Welt, wo Kinder keinen Platz haben. Wo sie still sein müssen und unauffällig  und wo die Karrierepläne schon in der Wiege liegen und alles perfekt geplant ist.
In eine Welt, in der die Kinder zwischen den Trümmern in Aleppo spielen. Sie haben sich daran gewöhnt - auch an die traurigen Gesichter der Eltern und Großeltern.
Oder sie warten mit ihrer kleinen Schwester am Grenzzaun von Griechenland. Sie klammern sich an die wackeligen Ränder vom Booten, die sie über das Mittelmeer in Sicherheit bringen sollten.
Gott legt sein Kind in die Trümmer von Aleppo, in das Flüchtlingslager in Griechenland und in das Boot auf den Wellen des Mittelmeeres.
Gott legt sein Kind in die Betten der Kliniken in Berlin, wo jetzt Menschen um ihr Leben kämpfen, da sie doch eigentlich nur einen schönen Abend auf dem Weihnachtsmarkt verbringen wollten. Gott macht keinen Unterschied. Sein Kind gehört überall hin. Und auch dorthin, wo es nicht hingehört.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter.

 

3. Ja, liebe Gemeinde, dieses Kind passt nicht in diese Welt. Es hat noch nie da hineingepasst. Nicht zu Jesajas Zeiten. Nicht zu Marias Zeiten und zu Josefs auch nicht.
Und dieses Kind – es trägt fremde Namen, die so gar nicht zu ihm passen. Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. – ein Hoffnungsträger, das die Sehnsucht gar nicht tragen kann.
Namen einer Welt, die keine Chance bei uns hat. Denn dies Kind  ist kein Held des Krieges, kein Triumphator, kein Reiter auf hohem Ross mit Pauken und Trompeten, sondern Friedensbringer.
Einer, der auf dem Esel kommt. Der mit seiner Familie sogar fliehen muss ins ägyptische Exil. Und letztlich -  nackt und bloß am Kreuz stirbt. Gott selbst. Das Gotteskind.
Und gerade weil es nicht in diese Welt passt, kommt es in diese Welt.

 

4. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter.
Gott drückt Dir  heute Abend sein Kind in die Arme.
So verletzlich – und nur so kommt es in Dein Herz.
Und Du weißt es: Auf dieses Kleine kommt es an.
Auf das Kleine in dir. Auf das Zarte. Auf das, was dich angreifbar macht.
Du musst nicht mehr den Starken spielen.
Du musst keine Waffen tragen.
Du brauchst keine Rolle mehr zu spielen.
Du kannst einfach nur das Gotteskind sein. Mit der ganzen Liebe, die da ist und die zu Dir kommt.
Und weil dieses Gotteskind in Deinen Armen, in Deinem Herzen, nicht in diese Welt passt, kannst Du diese Welt nicht lassen, wie sie ist.
Da darf es keine Bombentrümmer geben, und keine ertrinkenden Flüchtlinge. Da darf keiner in ein Kriegsland abgeschoben werden. Und keiner an den Karriereplänen seiner Eltern zerbrechen. Und den Hass, den einige wenige in unserem Land säen wollen, auf den brauchst Du nicht mit Hass und Gewalt zu antworten.

 

5. Gott drückt Dir sein Kind in deine Arme und Du weißt dann doch, was du machen sollst.
Ob Dein Wohnzimmer aufgeräumt ist oder nicht – egal!
Du machst Dich auf den Weg zur mürrischen Nachbarin und schenkst ihr eine Blume. Vielleicht bleibt sie mürrisch. Vielleicht aber wird sie lächeln.
Oder Du überlegst Dir, wen Du noch heute zum Essen einlädst. Oder wenigstens anrufst. Und dann tust Du es.
Und weil das Gotteskind in Deinen Armen ist, machst Du nicht mit, wenn immer und immer wieder die Angst geschürt wird vor den Fremden. Eher nimmst du allen Heldenmut zusammen und sagst laut, dass die Hilfe für Fremde und Notleidende kein Luxusgut ist, das wir uns nur gönnen, wenn wir es uns leisten können. Du sagst es laut, aber mit Liebe.
Das Kind in deinen Armen lässt nicht zu, dass Menschen, die Hilfe brauchen, gegenseitig ausgespielt werden.
Es lässt Dich weinen, wenn du die Bilder aus Syrien siehst, und es sind Tränen der Liebe.
Und es lässt nicht zu, dass Du andere wegen ihres Glaubens verachtest. Denn es sind Gotteskinder - wie Du!
Du merkst, dass dieses Kind in deinen Armen überhaupt nicht harmlos ist.
Es verändert dich. Es wird die Mächtigen vom Thron stoßen und die Niedrigen erheben.
Es wird daran zerbrechen. Verglühen. Und doch leben. Mit dir und für dich. Und für diese Welt, in die es nicht hineinpasst und doch hineingehört. Wie kein anderes Kind der Welt.

 

6. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter. (Jesaja 9,5a)
Gott drückt dir heute Abend sein Kind in die Arme.
Du schaust es an und es nimmt dich ein. Voll und ganz und mit Haut und Haaren. Dich, du Gotteskind. Mit Licht im Herzen. Es verändert dich. Du öffnest deine Arme. Und du veränderst die Welt. Mit diesem Kind.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende.

 

Amen


Werner Zupp, Pfarrer

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Predigt am Heiligen Abend 2016 in der Marktkirche Neuwied
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