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Johann Gottfried Walther |
Concerto del Sigr. Meck h-moll
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Wolfgang Stockmeier
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Toccata III (1978) |
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Dietrich Buxtehude
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Passacaglia d-moll |
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Christoph Nogay
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Verleih uns Frieden gnädiglich |
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Georg Friedrich Händel |
Voluntary VI C-dur
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Olivier Messiaen |
Les Bergers
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Johann Sebastian Bach |
Fantasie und Fuge g-moll
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John Rutter |
Toccata in Seven |
In der Barockzeit war es beliebt, orchestrale Werke für die Orgel zu bearbeiten. Auch Bach tat das. Die auf solche Weise verarbeiteten Komponisten fühlten sich nicht etwa ihres geistigen Eigentums beraubt - sondern geschmeichelt. Ein Concerto grosso mit seinem Gegensatz von Orchestertutti und Solistenensemble läßt sich besonders gut auf einer Orgel darstellen, da die Königin der Instrumente meist mehrere Manuale (Klaviaturen) besitzt. Durch ihren Wechsel kann man die instrumentalen Kontraste gut hörbar machen - auch das reizvolle Spiel von Solo-Instrument und Begleitung. Grundlage für Walthers Orgelbearbeitung war ein Concerto grosso von Giuseppe Meck, der als Kammerdiener und später als Hofkapellmeister am fürstbischöflichen Hof in Eichstätt lebte
Dieses Werk bedient sich der Zwölftontechnik, einer Kompositionsweise,
die nach einer Periode der freien Atonalität aufkam, als das Bedürfnis
nach neuen, strengen Bindungen, Ordnungen und Gesetzen entstand. Das Komponieren
beginnt mit der Ordnung des Materials: Alle zwölf Töne werden
in einer für jede Komposition neu erfundene Reihenfolge geordnet.
Es entsteht die sog. "Reihe". Aus zwölf Tönen lassen
sich 479 001 600 solcher Reihen bilden. Die Hauptregel in der Zwölftontechnik
lautet: Alle zwölf Töne einer Reihe müssen erklingen, ehe
sie mit dem ersten Ton wieder beginnen darf. Dabei kann man die Reihe
auch rückwärts komponieren (Krebs), oder auch an einer waagerechten
Achse spiegeln (Umkehrung und Krebs-Umkehrung). Bei der früheren
Wiederholung eines Tones oder bei der Auslassung einiger Noten würde
ein tonales Zentrum entstehen. Zwölftonmusik will aber atonale Musik
sein.
Stockmeiers Toccata III beginnt mit der einstimmigen Reihe, bevor das
Werk mit dem Material spielt; d.h. die Töne der Reihe erklingen gleichzeitig,
zerrupft, linear oder hämmernd. In einem langen Crescendo steigert
sich die Lautstärke bis zum Äußersten. Ganz am Schluß
erklingt noch einmal (wie ein Schweineschwänzchen) die Reihe solo.
Thomas Schmidt hatte Gelegenheit, das Werk beim Komponisten selbst zu
studieren, als dieser sein Lehrer war.
Bei einer Passacaglia handelt es sich um eine Variationenfolge, bei der das Thema im Baß (Pedal) liegt. Es wird nicht das Thema variiert, sondern nur die Begleitung, die in den Oberstimmen, also in den Händen erfolgt. Im Barock war die Passacaglia eine geläufige Form. Im 19. Jahrhundert wurde sie allerdings fast vergessen. Seit der Wiederbesinnung auf die Musik des Barock ist sie auch eine gegenwärtige Form geworden (Opernszenen bei A. Berg und P. Hindemith).
Nogay: Verleih uns Frieden gnädiglich
Das 1983 beim Evangelischen Kirchentag in Hannover uraufgeführte
Werk beginnt mit einem wuchtigen Klangberg. Direkt danach erklingt im
Pedal das Choralthema, wobei hämmernde Schläge ertönen.
Die Orgel wird wie ein Schlagzeug verwendet. Die erklingende Bitte "Verleih
uns Frieden" wird dadurch eindrucksvoll intensiviert. Im folgenden
Teil erhebt sich zunächst zögerlich, dennoch zart und später
hoffnungsvoll die Choralmelodie. Sie wird immer weiter variiert, dabei
aber von den Hammerschlägen mehrfach unterbrochen. Ein rhythmisch
sehr straffer Abschnitt führt in den Schluß, der das Anfangsmotiv
(Klangberg und Hammerschläge) ein letztes Mal aufgreift.
Um das Jahr 1776 erschien in London eine gedruckte Sammlung von Orgelstücken mit folgendem Titel: "Twelve Voluntaries and Fugues for the Organ or Harpsichord with Rules for Tuning by the celebrated Mr. Handel". Die Registrierungsanweisungen (Rules for Tuning) lassen erkennen, daß es sich in erster Linie um Orgelmusik in der Tradition der englischen Voluntaries des 18. Jahrhunderts handelt, die freilich auch auf dem Cembalo spielbar ist. Voluntary meint: Ein nicht an eine Choralmelodie gebundenes (ursprünglich improvisiertes) Stück. Ob alle Sätze tatsächlich von Händel komponiert wurden, ist nicht sicher. Manche Stücke sind von so bescheidener Qualität, daß sie als Kompositionen Händels nicht in Frage kommen. Einige dieser zwölf Stücke sind aber so reizvoll, daß sie nicht im Zwielicht der ungewissen Autorschaft verborgen blieben sollen.
Diese Werk stammt aus einem größeren Zusammenhang, nämlich dem Orgelzyklus "La Nativité du Seigneur" (Die Geburt des Herrn). Dabei handelt es sich um neun Meditationen, die z.T. einige Personen beschreiben (Bergers = Hirten). Jedes Stück wird in breiten Klangflächen geführt, mit Klangfarben wird sparsam umgegangen, das Pedal verliert seine Rolle als Baßstimme. Messiaen schrieb nicht in der Zwölftontechnik, sondern entwickelte seine eigene Sprache (Modi). Dazu kommt (nach dem zarten, fast engelhaften Einleitungsteil und dem kurzen Mittelteil) eines jener rhythmischen Elemente, das bei Messiaen zu den hervorstechendsten Merkmalen gehört: Nämlich der hinzugefügte Wert für eine "ametrische Musik". Dabei handelt es sich um einen kleinen Notenwert, der einem beliebigen Rhythmus angefügt wird. Dadurch verliert man das Taktgefühl. Dennoch strahlt "Les Bergers" eine ungeheure Ruhe aus. Die anderen zeitgenössischen Werke des heutigen Konzertes sind lebhaft oder laut. "Les Bergers" soll dazwischen einen Ruhepunkt setzen.
Das Begriffspaar Präludium und Fuge (bzw. Toccata und Fuge oder Fantasie und Fuge) ist eine Entwicklung des Barock und läßt sich am besten mit der speziellen Denkweise der Menschen dieser Musikepoche erklären: Die Fuge erfüllte mit ihrer streng regelhaften und durchgeistigten Formalität das Streben des barocken Menschen nach festgelegten Ordnungsprinzipien und Symmetrie - im Präludium hingegen manifestiert sich in besonderer Weise der (vielleicht nicht nur damals) vorhandene Gedanke der Repräsentation und einer gewissen Festlichkeit. Dieses Spannungsfeld fand seinen Niederschlag in dieser zunächst künstlichen, für uns heute jedoch beinahe selbstverständlichen Paarung dieser beiden gegensätzlichen Formen.
Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542 ist ein überaus gegensätzliches Werk. Der oben schon angedeutete Dualismus zwischen Präludium und Fuge wird hier besonders deutlich. Dies läßt den Schluß zu, daß beide Teile nacheinander entstanden sind und die Fuge erst später mit der Fantasie gekoppelt wurde. Die Fantasie ist ein streng strukturiertes, im wesentlichen fünfteiliges Werk, welches vor allem durch seine - nicht nur für das 18. Jahrhundert - kühne Harmonik und die großen charakterlichen Gegensätze besticht. Die dramatisch-schäumende Fantasie steht in deutlichem Kontrast zur Fuge, deren schwungvolles, heiteres und einprägsames Thema wahrscheinlich auf ein niederländisches Volkslied zurückgeht.
John Rutter erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Chorsänger an der Highgate School in London. Er studierte Musik am Clare College in Cambridge, wo er bereits vor seinem Abschluss seine ersten Kompositionen schrieb und veröffentlichte und schon seine ersten Plattenaufnahmen machte.
Seine Arbeit als Komponist umfaßt sowohl große als auch kleinere Chor-Werke, zahlreiche Orchester- und Instrumentalstücke, ein Klavierkonzert, zwei Kinderopern, Musik für das Fernsehen und spezielle Stücke für Gruppen wie Philip Jones Brass Ensemble und die King's Singers. Sein jüngstes größeres Chorwerk, Requiem (1985) und Magnifikat (1990) sind viele Male in Großbritannien, den USA und einer wachsender Anzahl anderer Länder aufgeführt worden.
Heute teilt er seine Zeit zwischen Chorleitung und Komponieren auf. John
Rutter ist einer der populärsten und eifrigsten Chormusik-Komponisten
der Welt, schrieb aber auch Orgelmusik. Seine "Toccata in Seven"
trägt ihren Titel wegen des 7/8-Taktes, der dem Werk seinen pulsierenden
Schwung verleiht.
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