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Tipps und
Tricks im Kantorat
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auf die grüne Schaltfläche "Kirchenmusik". Vielen Dank!
Vorbemerkungen:
- Diese Empfehlungen beziehen sich stark auf den Beruf als Kantor/in:
Im Bezug auf das Kirchenmusik-Studium ergeben sich Abweichungen.
- Viele Hinweise sind allerdings von allgemeiner Natur und auch für
andere Berufsgruppen sinnvoll (Arbeitsorganisation, Büroorganisation
etc.)
- Manche Tips erscheinen doppelt, da sie nicht nur einer Kategorie zuzuordnen
sind. Vieles greift auch ineinander (z.B. Konzertorganisation-Öffentlichkeitsarbeit-Sponsoring).
- Diese Liste wird ständig aktualisiert. Ergänzungsvorschläge
bitte per
an den Autor
Inhalt:
1. Einführung
2. Arbeitsorganisation
3. Büroorganisation
4. Chormanagement
5. Konzertorganisation
6. Kommunikationspraxis
7. Öffentlichkeitsarbeit
8. Sponsoring
9. Orgel und Instrumente
10. Computer und Internet
11. Projekte (Beispiele)
12. Schlußbemerkungen
13. Handbibliothek
14.
Weiterführende Literatur
15. Anhang: Beispiele für
Formulare
1. Einführung
70 % der Arbeitszeit eines Kantors besteht aus organisatorischen Vorgängen.
Wenn man diesen Anteil verringern kann, dient das der Zeit zum Musizieren.
Daraus folgt:
Zeit für Organisatorisches verkürzen!
Das wichtigste Hilfsmittel dazu ist eine gute Organisation (System),
sie ist auf Vorrat gelegte Zeit. Außerdem gibt es Regeln und Hilfsmittel,
die Kreativität erst ermöglichen.
Außerdem gilt:
Diese Tips nur zu lesen, ist Zeitverschwendung. Sie auszuprobieren ist
besser. Am Besten aber ist: Eigene und neue Erfahrungen machen. "Tips
und Tricks im Kantorat" ist nur eine Eselsbrücke auf diesem
Weg. Ein indisches Sprichwort sagt: "Wer ein einziges Senfkorn zerbeißt,
weiß mehr von seinem Geschmack als jemand, der eine Elefantenladung
Senfkörner sieht."
Hier schon einmal ein erster Tip:
Den Kauf wichtiger Arbeitsmittel nicht als "Luxus" oder "Spielerei"
ansehen. Beim Werkzeugkauf achtet man auch auf Qualität. Mit guten
Arbeitsmitteln organisiert zu sein, ist ein Gewinn für das ganze
Leben (und macht Spaß).
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2. Arbeitsorganisation
Persönliche Einstellung
- ein Freund der Effektivität werden!
- "Nein" sagen lernen.
- Eigenen Typ herausfinden: Fester (zuverlässig, prinzipientreu)
oder fließender (spontan, flexibel) Typ? Der eigenen Neigung entsprechend
leben - mit den Vorzügen "wuchern", die Nachteile nicht
dominieren lassen
- Eigenen Lebensrhythmus herausfinden: Abend- oder Morgenmensch?
Nach eigenem Rhythmus leben.
- Leistungskurven kennen: Leistungshoch bei den meisten Menschen
gegen 11 Uhr und 16 Uhr. Wichtige Arbeiten, die Konzentration erfordern,
zu diesen Zeiten einplanen.
- Ständige Hintergedanken:
tu es gleich!
Delegieren möglich?
tu es so, daß es beim nächsten Mal schneller geht (für
Routinevorgänge: Checklisten abarbeiten)
jedes Blatt Papier nur einmal in die Hand nehmen (nichts ewig umschichten)
Reserven einplanen
nicht sagen: "Ich will vorher noch diese oder jene Kleinigkeit
erledigen" (riecht nach Aufschieberitis)
das Unangenehme zuerst!
- Stimmung/Lust immer ausnutzen, wenn man Lust am Aufräumen
(Ausmisten), Üben, Planen usw. hat!
Zeitplanung
- "Aufschieberitis" - dagegen hilft:
Aufgabenliste (im Planungsbuch) machen, überlegen, ob es überhaupt
getan werden muß, große Aufgaben in kleinere teilen, sich
selbst Termin setzen, sich nach Erledigung unangenehmer Aufgaben belohnen.
Meistens reicht schon ein befriedigtes Abhaken oder Durchstreichen erledigter
Aufgaben.
- 10-Minuten-Polster:
Termine nicht zu dicht legen (z.B. zwischen Kinderchor und Orgelunterricht).
oder:
- Nur 60 Prozent der täglichen Arbeitszeit verplanen. 40
Prozent sind Pufferzeiten für Unvorhergesehenes und Spontanes (dann
kann man auch einmal etwas länger Orgel üben).
- Aufgaben in "Päckchen" zerteilen.
- Briefe sofort beantworten (beantwortet werden müssen sie);
je länger man das hinausschiebt, desto größer wird die
Bürde.
- Delegieren: Was können andere besser als ich (und mit
mehr Zeit und Ehrgeiz)?
- Wartezeiten sinnvoll ausnutzen: Entweder gedanklich an einer
Sache weiterarbeiten, deren Notizen/Stichworte man im Planungsbuch bei
sich hat - oder für alle Fälle eine Fachzeitschrift mit sich
führen.
- Nicht vielerlei gleichzeitig tun (das ist leider oft
unumgänglich: Wichtige Telefonate, die die momentane Aufgabe unterbrechen
und sofort nachbereitet werden müssen).
- Tagesplan am Abend vorher für den nächsten Tag machen,
möglichst detailliert; Erfolgserlebnis durch kontrolliertes Abarbeiten
(dazu sich evtl. abschirmen!).
- Termine ablehnen: Auch private Termine fest in Kalender eintragen;
ebenso Übezeiten eintragen und einhalten.
- Sitzungen mit voraussichtlicher Überlänge: Am Beginn
einer Sitzung dem Sitzungsleiter sagen, wieviel Zeit man für den
Besuch der Sitzung eingeplant hat. Unbedingt erwähnen, daß
man danach noch einen weiteren Termin hat. (daß dieser Termin
das Üben an der Orgel, der wöchentliche Großeinkauf
mit der Familie oder Schwimmengehen mit den Kindern ist, muß niemand
wissen). Wenn es der Inhalt der Sitzung erlaubt: Sitzung pünktlich
verlassen, auch wenn sie noch nicht beendet ist.
- Wochen/Monats/Jahresübersicht: Nicht nur Taschenkalender
verwenden. Auf einem Wandkalender (Jahresplan) stellt man viel schneller
Terminballungen, Leerlaufzeiten (für Urlaub) und eventuelle Terminkonflikte
fest.
- Zeit des Suchens bestimmter Unterlagen verkürzen durch
gute, systematische Ablage.
Arbeitstechnik
- Bücher wiederfinden: oft hat man ein Kantorenexemplar
in einem Stapel gleicher Ausgaben von Noten. Deutlich als Kantorenexemplar
kenntlich machen durch große, auffällige Aufschrift auf Titelseite,
bei dicken Bänden auf dem Schnitt stempeln.
- Einfälle, Gedanken sofort in einer Ideensammlung (z.B.
im Planungsbuch) notieren.
- Jahreskalender in der Nähe des Telefons.
- Planungsbuch (eine bessere Bezeichnung ist mir nicht eingefallen):
Gemeint ist etwas anderes als ein Taschenkalender, nämlich ein
tragbare kleine Datenbank mit Rubriken für Termine, Adressen, Informationen
(z.B. Liturg. Kalender), Notizen und Einfälle als Ringbuch, Filofax,
elektronischer Organizer.
- Abkürzungen verwenden für häufig gebrauchte Wörter
(nur bei eigenen Aufzeichnungen im Planungsbuch), z.B. das Autokennzeichen
für einen Ort, "GD" statt "Gottesdienst", "MK"
für "Marktkirchengemeinde", "KM" statt "Kirchenmusik"
usw.
- Notizmöglichkeit: Ständige Notizmöglichkeit
haben für Einfälle zwischendurch (z.B.: Rubrik im Taschenkalender,
Filofax, Organizer).
- Kategorien: Im Notizbuch (Planungsbuch) Kategorien einteilen,
damit man bestimmte Notizen schnell findet (Kirchengemeinde, Kirchenkreis,
Studium, Konzerte, Privates, Gedanken, Wunschbücher).
- Kategorien farbig nutzen: z.B. rote Eintragungen im Kalender
= Konzerte, schwarz = Gemeindearbeit, blau = Kirchenkreis, grün
= privat.
- Projektplanung für längerfristiges Projekt, für
das man noch keine Checkliste hat, einen stets griffbereiten Projektplan
in Gliederungsform erstellen (z.B. für Examensarbeit). Sinnvoll
ist solch ein Projektplan auf einem großen Bogen an der Wand.
Mehrmals täglich wird man an das Projekt erinnert, und im "Hinterkopf"
entstehen ganz von selbst neue Ideen, Ergänzungen zum Projekt,
die man dann sofort an der Wand notieren kann.
- Schreibmaschinenschreiben: Zehn-Finger-System lernen.
Ein gutes Programm, um mit dem Computer das Zehn-Finger-System zu erlernen,
ist Goldfinger
4
- Sitzungen: Eigenes Protokoll machen, auch wenn hinterher eines
zugeschickt wird; man hört und liest ja selektiv. Der offizielle
Protokollant notiert Dinge, die für mich selbst wichtig sind, vielleicht
zu knapp oder gar nicht. Landkartenartige Skizzen mit Stichworten ersparen
ausformulierte Sätze.
- Taschen: Verschieden große Taschen verwenden: Aktenmappe,
Manager-Koffer, Pilotenkoffer (auch als Lagerplatz für nur 1 x
wöchentl. gebrauchte Noten/Unterlagen).
- Taschen: Am Abend vorher Tasche für den nächsten
Tag (Morgen) packen: mit "gutem Gewissen" einschlafen.
- Checklisten für Routinevorgänge (Konzertplanung)
anlegen.
- Vorlagen erstellen für Plakate, Programme, Probenpläne,
Solistenverträge, Gottesdienstprogramme.
Informationsbearbeitung
- Ablage: diverse Mappen, Ordner (systematisch: Arbeitskreise,
Veranstaltungen (Konzerte, Sondergottesdienste), Ausschüsse, Etat,
Recht und Ordnung, Druckvorlagen, Öffentlichkeitsarbeit, Konzertangebote,
bei Schnellheftern Achtung:
Behördenheftung (von hinten): zuoberst das Älteste, Aktuelles
hinten
Kaufmännische Heftung: (von oben): Aktuelles vorne.
- Anregungen, Ideen, Kommentare zu musik. Werken sofort in die
betreffenden Noten schreiben (Aufführungsdauer, Lebensdaten d.
Komponisten).
- bei Zeitschriften: Seitenzahlen wichtiger Artikel auf
Titelseite notieren.
- Briefkörbe:
grün - sofort bearbeiten (Briefe)
gelb - bereits gelesen, kann abgeheftet werden
rot - muß noch gelesen werden
wichtigste Ablage: Papierkorb
- In Briefen Wichtiges markieren, damit man beim späteren
Lesen nicht die Begrüßung/Einleitung wieder lesen muß.
- Kurzbriefe nutzen.
- Lesetechniken:Man muß viel lesen (Fachartikel, Prospekte,
Bücher); darum Lesetechniken aneignen zum
1. Schnell Lesen (das kann man trainieren: Das Auge bleibt beim Lesen
einer Zeile mehrmals stehen, es fixiert einzelne Stellen. Die Anzahl
dieser Punkte kann man bewußt verringern, dafür den Blickbereich
erweitern).
2. Schnell Wiederfinden: Skizzen, Notizen am Rand machen (z.B. "i"
für Information, geschlängelte Linie für Kritik, Striche
für Wichtiges, Fragezeichen für Unverstandenes, Ausrufezeichen
bei "Aha-Erlebnissen", Kommentare, Aufzählungszeichen
(1., 2., 3....), um Gliederung zusammenhängender Abschnitte kenntlich
zu machen.
Lernen/Üben
- Zu den richtigen Zeiten lernen (Leistungskurven kennen,
Abend/Morgenmensch).
- Lernmethode: Die beste Methode, etwas zu lernen: Es anderen
erklären.
- Repetitio est mater studiorum - Wiederholungen zunächst
in kurzen Intervallen, dann in immer größeren
- Forschen; d.h. nicht nur ein Buch lesen, ein Werk üben,
sondern sich einen Bereich erschließen (Biographie, Werk, Quellenstudium
zum selben Thema gleichzeitig).
Verbrauchsmittel
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3. Büro-Organisation
Werkzeuge
- Kommunikation:Telefon, Anrufbeantworter, Fax, eMail
- Papierbearbeitung:
Großer Locher für dicke Skripte mit Anlagekante
Langarm-Tacker
Rechenmaschine mit Ausdruck
Schreibmaschine
PC (zum Erstellen von Plakaten, Programmen etc.)
Tagesmappe
Enthefter
Briefwaage
Schneidegerät
Beschriftungsgerät
Geo-Dreieck
Schere
Brieföffner
Stempel und Stempelkissen
fest stehender Tesa-Abroller
- Ablage
Vor-Ablage in Körben (siehe"Informationsbearbeitung"
bei "Arbeitsorganisation")
grün - sofort bearbeiten (Briefe)
gelb - bereits gelesen, kann abgeheftet werden
rot - muß noch gelesen werden
wichtigste Ablage: Papierkorb
endgültige Ablage in
Hängeregistratur
Leitzordner (Schlitzhefter)
- Pinnbrett/Magnetttafel:Stelle für wichtige Infos, die
nur ganz kurz gebraucht werden (Telefonnummer des Küstervertreters,
Urlaubsadresse des Pfarrers...).
- Schreibtischnur als Arbeitsfläche, nicht als Lagerfläche
nutzen.
- Schreibtisch:Nur häufig verwendete Geräte darauf
stellen: Telefon, PC, Locher, Tacker, Tesa-Film, Taschenrechner, Taschenkalender,
Ablage für Stifte, Adressregister.
- Stimmgabelgehört in die Nähe des Schreibtisches (Stiftschale,
Nagel in der Wand...), wenn man kein Klavier im Raum hat. Eine weitere
Stimmgabel soll am Schlüsselbrett zu finden sein, damit man sie
nicht vergessen kann, wenn man zur Chorprobe geht.
- Kartei aller Tonaufnahmen
Materialien
- Papier
Briefpapier (mit Briefkopf, Adressfeld und Falzmarken)
Kurzbriefformular
Notenpapier
bunte Papiere für Probe-Ausdrucke von Plakaten/Handzetteln
- Schreiben
guter und schöner "Lieblingsstift" (z.B. Lamy Swift)
Vierfarbstift (wenn man mit farbigen Kategorien arbeitet) oder:
Filzstifte dick und dünn (rot/grün/blau/schwarz für farbige
Kategorien) (siehe oben "Arbeitsorganisation")
Bleistift (Druckbleistift), Radiergummi, Spitzer
Textmarker (verschiedene Farben)
- Verbrauchsmittel:
Wichtig: Von allen Verbrauchsmitteln immer ein Ersatzexemplar auf
Lager haben!
Büroklammern, Tesa, Paketband, Heftklammern, Lochverstärkungsringe
Quittungsblock
Haft-Notizzettel
Notenpapier
Gummiringe (für Plakate)
Tipp-Ex
Kleber: Pritt-Stift (ohne Schmier noch schnell ablösbar bei Fehlern),
Uhu-Tube
Rückenschilder für Ordner (zum Einschieben, zum Aufkleben)
Prospekthüllen
Sichtmappen
- Versand:
Briefumschläge (mit Fenster praktisch, man tippt Adresse nur
einmal) C6, C6 lang, C4, C4 mit verstärktem Rücken, gefütterte
C4 (ohne Fenster)
Versandklammern
Adreßaufkleber (allgemeine und für Pakete)
Postkarten
Standardwerke
- Wichtigste Bücheram Hauptarbeitsplatz in Griffweite
haben: Gesangbuch, Bibel, Wörterbuch, Konkordanzen, Telefonbuch,
AVON
- Wichtige Büchernicht in Griffweite, aber in Reichweite:
"Sag es treffender", Lexika, Musik-Standardwerke (siehe Literaturliste
am Ende), PC-Handbücher, Agende, MGG
Notenaufbewahrung
- Noten stets senkrecht aufbewahren; aus einem Notenstapel das
unterste Heft (oder gar eines aus der Mitte) herauszuziehen, ist sehr
umständlich.
- die jeweils aktuellen Noten der laufenden Chor-Arbeit
in der Nähe des Klaviers (Sonderfächer: Chor, Kinder, Posaunenchor,
etc.)
- alle weiteren Noten an einer Stelle, wo sie keinen aktiven
Raum verbrauchen (Regal tief unten, Archivraum)
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4. Chormanagement
Information
- Chorordnung: Wichtig für neue Mitglieder und bei Jahreshauptversammlung.
- Halbjahresübersicht aller Proben (Damen/Herren/Gesamt)
und Dienste (mit Uhrzeiten), Ausflüge etc.
Aktualitätsdatum
Eigene Telefonnummer
Telefonnummer der Stimmführer/des Chorrates
Probenplan in die Chormappen legen lassen und mit nach Hause nehmen
lassen.
- Mitgliederlisteständig aktualisieren, auch an Sänger
verteilen.
Noten
- Archivierung: System erstellen (z.B. alphabetisch nach Komponisten,
Sammlungen und Werkhefte separat; oder systematisch nach Kirchenjahreszeit),
am besten Kombination:
im Schrank alphabetisch nach Komponisten, Kartei nach Kirchenjahr/Anlaß
und alphabetisch.
- Noten "personalisieren": Jeder Mappe eine Nummer
zuteilen und den einliegenden Noten dieselbe Nummer geben. Jeder Sänger
hat seine Nummer, so läßt sich auch feststellen, wer Einzelnoten
noch nicht wieder abgegeben hat.
- Notenaufbewahrung in Jurismappen, Pappschuber, senkrecht stehend
(!), aus einem Stapel verschiedener aufeinander liegender ein Heft herauszuziehen,
ist sehr umständlich.
- Notenmappen: Unbedingt! Jeder Sänger hat so seine "eigenen"
Noten mit seinen Notizen in jeder Probe zur Hand.
- Weihnachtschormappen mit dem gängigen Repertoireselbst
zusammenstellen; entweder als Lose-Blatt-Sammlung oder noch besser:
Kopieren und binden lassen.
Proben
- Organisatorische Ansagen vorher notieren (am besten in den
Tagesprobenplan), nicht auf das Gedächtnis verlassen.
- Anwesenheitsliste führen bei Projekten (oder: Stimmführer).
- Brutto/Netto-Probenzeit bedenken (Zeit für Ansagen, Zuspätkommer,
Einsingen miteinkalkulieren).
- Einsingen: Kartei für Einzelübungen aufbauen; dann
kann man bei jeder Chorprobenvorbereitung einfach die Übungen zusammenstellen,
ohne sich jedes mal bei der Probenvorbereitung neue Notizen machen zu
müssen.
- Körperübungen vor den Einsingeübungen evtl.
an jemand anderen delegieren.
- mit Bildern arbeiten (Erfolg von WINDOWS durch "Iconisierung"),
die Vorstellungskraft der Sänger wird durch Verbildlichung musikalischer
Phänomene entscheidend verbessert. Ansagen machen wie z.B.: "Singen
Sie diese Stelle wie...", "Denken Sie in diesem Takt an...".
- mit Bleistift proben; d.h. die Sänger sollen sich
Notizen machen.
- Pünktlich anfangen, damit die Sänger die Verbindlichkeit
des gemeinsamen Arbeitens ernst nehmen.
- Rückwärts proben: Bei schwierigen Passagen mit den
letzten Takten beginnen und dann abschnittsweise von hinten nach vorn
arbeiten. So kommt man nach schwierigem neuen Abschnitt immer in den
Teil, den man schon beherrscht, sozusagen in "gutes Fahrwasser".
- Einstiegsstellen in Stück ansagen: Nie so vorgehen: Zunächst
selbst die Takte zählen und dann ansagen "8 Takte vor Ziffer
43", sondern: "Wir beginnen vor Ziffer 43, ich zähle
zurück 1-2-3-4-5-6-7-8. Es geht also los bei 8 vor Ziffer 43".
Diese Methode hat den Vorteil, daß die Sänger nicht auf das
eigene Zählen warten müssen und erst danach anfangen können,
die Stelle zu suchen. So können sie gleich mitzählen und haben
die Stelle schneller gefunden.
- Oratorien (und andere große Werke): Übersichtsplan
aller Sätze für sich selbst machen. Hinter jedem Satz notieren:
Dauer, Schwierigkeitsgrad, Bemerkungen (z.B. schwierige Fuge). Auf diesem
Plan kann man abhaken, wie oft man welche Teile geprobt hat.
Sonstiges
- "Bereitschaftstasche" mit Singsprüchen und Kanons
anlegen. Oft kommt man bei Ausflügen (Grillabend, Wandertag) in
die Verlegenheit, mit allen Leuten schnell etwas singen zu sollen. Wenn
Ihnen dann sofort nicht etwas einfällt, ist ein leines Mäppchen
mit leichten mehrstimmigen Sätzen und Kanons sehr hilfreich
Kinderchor
- Funktionen im Raum festlegen. Kinder betrachten einen Raum
emotional. D.h.: In der Spieleecke darf man auch laut sein, im Arbeitsbereich
nicht.
- Verhaltensregeln aufstellen, z.B.: Wer dreimal hintereinander
unentschuldigt fehlt, darf erst wieder neu aufgenommen werden, wenn
alle anderen Kinder zustimmen.
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5. Konzertorganisation
Planung
- Planung ca. 1 - 2 Jahre im Voraus
- Zeitlichen Ablauf der Planung festlegen.
- Checkliste aller Aufgaben (mit Terminangaben) erstellen. Ein
Beispiel einer Checkliste finden Sie hier: Konzertcheckliste
- Lokalpolitiker um Grußwort bitte (kostenlose Werbung
für Politiker und "Aufwertung" der eigenen Veranstaltung)
Generalprobe/Konzert
-
Podeste: Podest-AG zum Aufbauen und Tragen von Podesten gründen.
-
Bestuhlung für Orchester festlegen.
-
Probendisposition für Mitwirkende; daraus geht hervor,
in welcher Reihenfolge geprobt wird, wann welche Solisten oder Instrumentengruppen
Pause haben. Außerdem können alle Beteiligten mitverfolgen,
wieviel schon geschafft ist und wie lange es noch ungefähr dauert.
Man spart sich als Dirigent dadurch das Beantworten unzähliger
Fragen, was den Ablauf der Probe betrifft. Ein Beispiel einer Probendisposition
finden Sie hier: Generalprobe.
-
Bewirtung von Orchester und Solisten:Für Getränke
(für Gesang-Solisten immer Tee) und einen kleinen Imbiß
sorgen, wenn die Generalprobe lange dauert oder Generalprobe und Konzert
am selben Tag stattfinden.
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6. Kommunikationspraxis
- Adressen sammeln, sammeln, sammeln!
- Adressen in PC-Programm nach Kategorien sortieren: Total, Gemeinde,
Privat, Öffentlichkeitsarbeit, Chor, Kinderchor, Posaunenchor,
Instrumentalkreis...
bei Gemeindeadressen: Pfarrer1, Pfarrer2, Sekretärin, Küster.
- Umgang mit anderen Personen:
Eigene Position sich vorher klar machen.
Wieviel Zeit wird der Andere für mich haben?
Interesse am Anderen zeigen: "Wie war Ihr Konzert?" (Familie
etc.)
Gemeinsam vorausschauen: "Was machen wir gemeinsam in den nächsten
Tagen?"
- Körpersprache des Gesprächspartners richtig deuten
und die eigene bewußt einsetzen.
- Neue Kontakte: Menschen schnell mit ihrem Namen anreden;
bei Telefonaten mit Unbekannten, sofort deren Namen notieren, damit
man sie damit ansprechen kann.
- Vereinbarungen:
Trifft man mit jemandem eine Vereinbarung, überlegen:
Sind wir überhaupt zuständig?
Wer muß noch informiert werden?
Wer könnte sich übergangen fühlen?
- Kommunikationsweise
überlegen, ob: hingehen, anrufen, faxen, schreiben?
Wenn hingehen: Vorher anrufen
Wenn anrufen: Gesprächsnotiz machen, evtl. nötige Information
vor dem Telefonat bereitlegen; bei Anrufbeantworter: benutzen!
Wenn faxen: Absender und Gesamtseitenzahl nicht vergessen
Wenn schreiben: Brief, Postkarte; Kurzbrief?
- Briefform:
Korrekte Anschrift mit Titel
Korrekte Anrede (Sehr geehrte..., Lieber Herr.., nie: Hallo, Herr XY)
Richtige Schlußfloskel
Anlagen nennen
Gutes Deutsch schreiben (kurze/lange Sätze im Wechsel, Floskeln
und Worthülsen vermeiden)
bei Rundschreiben: Verteiler erwähnen oder andere Adressaten mitnennen.
- Telefonate:
am besten im Stehen
bei Anrufen von Fremden sofort deren Namen notieren, damit man sie im
Laufe des Gesprächs damit ansprechen kann
Gesprächspartner ausreden lassen
wenn man selbst jemanden anruft, zuerst fragen, ob man stört und
lieber später anrufen soll.
Brechen Sie "nichtssagende" Telefonate aktiv ab. Manche Menschen
haben mehr Zeit als Sie und sind immer auf der Suche nach Gesprächspartnern.
Wenn jemand Ihnen seine Krankheitsgeschichte erzählen will, brechen
Sie das Telefonat bestimmt und freundlich ab. Andererseits gilt auch
das in der Schlußbemerkung
Gesagte. Wägen Sie ab zwischen der Notwendigkeit einer persölichen
Zuwendung zu einem Chormitglied, das vielleicht in einer schwierigen
Lebenssituation steht, und der Arbeit, bei der Sie gerade unterbrochen
werden. Was ist wichtiger?
- Finanzleute: Nicht Geld einfordern, sondern sie um ihre kreative
Mitarbeit bitten ("Ich habe da ein Problem...").
- Küster oft schwierig im Umgang; Jahrespläne, Probenpläne,
Übeplane an Küster weitergeben; über jegliche Raumnutzung
die Küster informieren, auch wenn sie nicht immer alles richten
müssen.
- Pfarrer: Vorsicht bei Absprachen mit ihnen, am besten alles
schriftlich noch einmal bestätigen! Sie sind Dienstvorgesetzte,
nicht Fachvorgesetzte.
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7. Öffentlichkeitsarbeit
- Adressenliste der Lokalzeitungen, Rundfunksender, etc. erstellen.
- Presseverteiler: Adressenliste der Zeitungen als Checkliste
für Absenden des Pressetextes anlegen. Ein Beispiel dafür:
Presseverteiler.
- Konzerteinladungen: Serienbriefe für Interessierte schreiben.
- Plakate entwerfen: Selbst eine Vorlage entwerfen (oder entwerfen
lassen), die man immer wieder mit neuen Text verwenden kann.
- Plakatvorlagen gibt es auch fertig im Handel. Dort läßt
man nur den Konzerttext eindrucken oder einkleben.
- Plakate aufhängen: Liste mit bereitwilligen Geschäften
erstellen, jemanden verteilen lassen, im Chor verteilen, in Fächer
der kirchl. Verwaltungsämter (auch bei der anderen Konfession).
- Plakate aufhängen: Speziellen Tesa-Abroller verwenden:
Man kann ihn auf einen Handrücken klemmen und gleichzeitig mit
dieser Hand das Plakat festhalten. Die andere Hand reißt die Klebestreifen
ab und befestigt das Plakat.
Arbeitet man mit Heftzwecken auf weichen Untergründen, so kann
man einen besonderen Heftzwecken-Drücker verwenden: Das ist ein
Griff mit abgewinkelter Fläche, in die die Heftzwecke eingelegt
wird. Dieser Griff ersetzt den eigenen Daumen, der sonst immer unter
dem Druck leidet. Außerdem lassen sich in diesem Griff die Heftzwecken
aufbewahren.
- Plakate, Handzettel: Im Lay-Out identisch gestalten; am besten
eine Vorlage in DIN A 4 erstellen und sie dann vergrößern
und verkleinern.
- Presse zu Vorproben einladen: Zu Vorproben (z.B. bei Oratorium)
am Chornachmittag die Presse mit Fotografen einladen.
- Pressetexte selbst schreiben (Kürzungen mit einkalkulieren),
selbst "knallige" Überschrift erfinden. Sonst schreiben
die Lay-Outer der Zeitung die Überschrift. Sie überfliegen
die Texte nur und formulieren oft Unsinn, z.B. 1994 "Pepping spielt
Bach").
- Logo (Firmenzeichen) für die kirchenmusikalischen Dienste
entwerfen. Es dient als Erkennungsmerkmal und Leitfaden. Man kann sich
ein Logo auch als Stempel herstellen lassen und auf alle Noten stempeln.
Ein Beispiel: Logo_Kirchenmusik.
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8. Sponsoring
- Lokalpolitiker: Chor kann städtischer "Botschafter"
im Ausland sein. Dafür ist dieser Chor der Beste. Also Bitte um
Geld.
- Lokalpolitiker als Schirmherren einer Veranstaltung
gewinnen.
- Lokalpolitiker um Grußwort für ein Programmheft
bitten (kostenlose Werbung für Politiker), beim 3. oder 4. Mal
sind wir "sein" Chor, und er gibt vielleicht mehr Geld.
- Lokalpolitiker darauf hinweisen, daß Sportvereine
durch die Kommunen viel stärker gesponsort werden. Z.B. Jahresbeitrag
für Familie im Sportverein 120,- im Jahr; hat man aber 3 Kinder
in der Musikschule, kostet das im Monat 500,- DM.
- Lokalpolitiker: Musik für Stadtjubiläum in
5 Jahren anbieten, im Nebensatz um jährlich 1.000,- DM bitten,
da langfristige Sonderausgabe.
- Selbstbewußt auftreten, nicht nörgeln.
- Unternehmen wegen Zuschüssen anschreiben, große
oder dezente Werbung im Programm/auf Plakat anbieten.
- Förderverein gründen.
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9. Orgel
- Umfeld der Orgel: Hierhin gehören:
Hygrometer
Thermometer
Stimmgabel
Nagelschere
Tesafilm
Ersatzbirnen für Pedalbeleuchtung
genügend Notenregale
Tisch zum Schreiben
Ersatzschnürsenkel für die Orgelschuhe
Taschenlampe
- mindestens zwei Gesangbücher, die man nebeneinander auf
das Notenpult legen kann (manche Lieder werden auf der folgenden Seite
fortgesetzt, oder weitere Strophen stehen auf der nächsten Seite)
- Liturgie für Vertreter (d.h. leicht lesbar, 4stg. Satz)
- Störungsbuch führen
- Übeplan (auch für Pfarrer/Küster)
- Improvisationsmodelle auf Karteikarten notiert und systematisch
geordnet (z.B. nach: Intonationen, Choralvorspiele, Begleitformen, alter
Stil, romantischer Stil, moderner Stil). Falls man sonntagmorgens einmal
überhaupt keinen Einfall hat, kann man sich auf den Karteikarten
schnell Anregungen holen.
- Schlüssel der Kirche nur gegen Unterschrift, Unterlagen
darüber anlegen.
- Übegebühr von 1,- DM pro Übestunde von den Orgelschülern
als Unkostenbeteiligung für Strom (Heizöfchen) ist auch Anreiz,
sinnvoll und intensiv zu üben.
- Übe-Ordnung (Schweller auf!) mit Verpflichtung zum Tastenhalten
bei Orgelstimmungen
- Einzelunterricht im Posaunenchor: Bei wöchentlichem Einzelunterricht
im Trompete- oder Posaunenspiel von den Schülern eine monatliche
Kaution von 20,- DM erbitten. Diese Kaution wird an die Schüler
zurückgezahlt, wenn der Einzelunterricht zum Erfolg geführt
hat, die Jungbläser also im Posaunenchor mitblasen können.
Die angesparte Kaution ist dann das Grundkapital für den Kauf eines
eigenen Instrumentes.
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10. Computer und Internet
- Textverarbeitung mit guter Lay-Out-Funktion, Vorlagen nutzen
(Briefvorlagen für verschiedene Funktionen, Faxvorlage, Plakatentwurf,
Konzertprogramm, Serienbriefe
- Datenbank für Adreßverwaltung z.B. ACCESS
- Notensatzprogramme: SIBELIUS,
SCORE, CAPELLA,
ENCORE, FINALE,
LIME
Guter
Artikel von G. M. Göttsche, der diverse Notensatz-Programme vergleicht.
- Internet nutzen für:
Recherche
Kontakte
Präsentation
- Die
Seiten für Kirchenmusiker/innen im Internet aufsuchen
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11. Projekte (Beispiele)
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12. Schlußbemerkungen
Ordnung ist kein Selbstzweck (es kann allerdings Hobby sein), sondern
Mittel zum Zweck.
Man darf nicht dahin gelangen, den nicht eingeplanten Menschen als Störung
zu empfinden; im Gegenteil: Ordnung und System können frei machen
für Unvorhergesehenes.
Serva ordinem, et ordo te servabit = Bewahre die Ordnung, und die Ordnung
wird dich bewahren.
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