Ein wichtiger Bestandteil der Kirchenmusik an der Marktkirche Neuwied sind die Konzerte. Neben Solisten und Ensembles aus der Region sind oft international bekannte Künstler in der Marktkirche zu Gast. Das Angebot ist vielfältig:
- Chor-Konzerte
- Orgelkonzerte
- Solisten-Konzerte
- Kammermusik
- Gospel-Konzerte
- Bläser-Konzerte
- Oberton-Konzerte
- "Sommerliche Orgelkonzerte" (in den Wochen nach den Sommerferien)
Eine Übersicht über Konzerte und Musiken im Gottesdienst in allen Neuwieder Kirchen finden Sie hier: www.kirchenmusik-in-neuwied.de
Konzerte in der Marktkirche 2007
Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember
Sonntag, 4. März 2007, 17 Uhr
Marktkirche Neuwied
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Stimmen der Nacht
Lyrisches Konzert für Sprechstimme und Orgel (2001/2002) von Hans Georg Bertram
Susanne Pertiet - Sprecherin Ulrich Cyganek - Orgel
Eintritt frei. Kollekte am Ausgang
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Empfindungsvolle Nachtgedichte von den bedeutendsten Dichtern der Romantik lassen den Abend und die Nacht in besonderer Weise erleben.
Die "Durchwachte Nacht" von Annette von Droste-Hülshoff bildet den Mittelpunkt dieses Konzertes.
Die dazu komponierte Orgelmusik bringt die vielfältigen Stimmungen der Nacht zum Schwingen.
Dienstag, 13. März 2007, 20 Uhr
Marktkirche Neuwied
Ein Abend mit Angelika Milster
Kein Vorverkauf im Gemeindebüro, sondern beim Neuwieder Ticketstore oder hier: Karten bestellen
Freitag, 16. März 2007, 20 Uhr
Marktkirche Neuwied
Die jungen Tenöre
Erstmals in ihrer Karriere geben „Die Jungen Tenöre“ Kirchenkonzerte in einigen der schönsten Kirchen Deutschlands.
„Die Jungen Tenöre“: Hans Hitzeroth, Hubert Schmid und Bernhard Hirtreiter.
Ihr Facettenreichtum beweisen „Die Jungen Tenöre“ nun mit ihrer Konzertreihe durch die schönsten Kirchen Deutschlands. Extra für ihre Kirchenkonzerttournee haben sie ein festliches Programm zusammengestellt, das die besondere Atmosphäre der Kirche zusätzlich unterstreicht.
Kein Vorverkauf im Gemeindebüro, sondern beim Neuwieder Ticketstore oder hier: Karten bestellen

Sonntag, 3. Juni 2007, 17 Uhr Marktkirche Neuwied
Missa in Jazz
von Peter Schindler
Oberstufenchor und Unterstufenchor des Werner-Heisenberg-Gymnasiums Alexander Reffgen - Saxophon Ingo Roth - Schlagzeug Thomas Schmidt - Orgel
Leitung: Hermann-Werner Pollmann
Und das schrieb die Presse...
Sonntag, 10. Juni 2007, 18 Uhr Marktkirche Neuwied
Kreuzüber Bach

Bach: Suite Nr. I für Violoncello Bach: Jesus bleibet meine Freude
Tiedemann: High Tide
Villmow: Missa brevis (Uraufführung) Villmow: Ascension Villmow: Nordlicht
Michael Villmow - Saxophon (Homepage Villmow) Gunther Tiedemann - Violoncello (Homepage Tiedemann)
Neuwieder Konzertchor Leitung: Thomas Schmidt
Eintritt: 12 Euro (ermäßigt 8 Euro)
Vorverkauf:
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Buchhandlung Kehrein 02631 - 988 833
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Musikhaus Neumann 02631 - 23157
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Gemeindebüro der Marktkirche 02631 - 23282
Familienkarten zu 26 Euro und Restkarten an der Abendkasse
Mehr Info hier...
Und das schrieb die Presse...
Foto-Galerie vom Konzert.... (es öffnet sich ein neues Fenster)
Sonntag, 26. August 2007, 19 Uhr Marktkirche Neuwied
Der Rose Pilgerfahrt ein musikalisches Sommermärchen nach einer Dichtung von Moritz Horn
Musik: Robert Schumann
Frauenchor SoprAlto ein Männerkammerchor Vokaloktett "sotto voce"
Hans-Jürgen Eimer - Klavier Leitung: Barbara Nöst-Butz
Ab 18 Uhr: Sektempfang im romantischen Kirchhof
Sommerliche Orgelkonzertreihe
viermal montags im September, jeweils 19 Uhr Eintritt immer frei (Kollekte am Ausgang)
3. September

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Eine musikalische Reise durch die Zeit
Werke von Frank Stanzl, Robert Schumann, Girolamo Frescobaldi, Arnolt Schlick, Wolfgang Amadeus Mozart, Ernst Pepping
An der Kleuker-Orgel: Frank Stanzl (Köln)
Und das schrieb die Presse... |
10. September

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Faszination Orgelmusik
Bach: Fantasie und Fuge g-moll Mendelssohn: Sonate Nr. 6, d-Moll, op 65 („Vater unser im Himmelreich“) Franck: Choral a-moll Rheinbeger: Abendfriede Liszt: Präludium und Fuge über B-A-C-H
An der Kleuker-Orgel: Felix Hell (Baltimore/USA)
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17. September

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Hör mein Bitten...
Werke für Sopran und Orgel von:
Hugo Wolff, Arthur Honegger, Max Reger, Felix Mendelssohn, Giuseppe Verdi u.a.
Werke für Orgel:
- Felix Mendelssohn: Sonate III "Aus tiefer Not"
- Léon Boellmann: Priére
- H.P. Braun: Prière funèbre
- Reger: Choralvorspiele aus Op. 67
Christiana Jordan - Sopran Thomas Schmidt - Orgel
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24. September
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Bach und seine Verehrer
Liszt: Präludium und Fuge über B-A-C-H Bach: Triosonate II c-moll Reda: Laudamus te Krebs: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr Reger: Fantasie und Fuge über B-A-C-H
An der Kleuker-Orgel: Lukas Stollhof (Stuttgart)
Und das schrieb die Presse...
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Sonntag, 11. November 2007, 17-19 Uhr Marktkirche Neuwied
Ein Konzert unterm Hammer: Orgelmusik-Versteigerung

Versteigerung und Konzert:
Ob Bachs berühmte "Toccata", Scott Joplins "Entertainer", Mozarts "Kleine Nachtmusik" oder gar "Heinzelmännchens Wachtparade" - das Programm des Konzertes bestimmen Sie, denn Sie können Ihre Lieblingsmusikstücke ersteigern.
Für Ihren Eintritt von 10 Euro erhalten Sie bereits zwei Stimmkarten und eine Spendenbescheinigung.
Und das geht so: Sie bestimmen mit Ihrem Einsatz, welche Werke aus einer reichhaltigen Liste von Orgelwerken Kreiskantor Thomas Schmidt für Sie spielen wird! Mit einem Grundeinsatz von 5 € sind Sie dabei, nach oben sind Ihnen keine Grenzen gesetzt!
Für jedes Orgelstück gibt es eine Schale, in die Sie einen Betrag Ihrer Wahl in einer Stückelung zu je 5 € einlegen können. Für Ihren Eintritt von 10 € erhalten Sie bereits zwei Stimmkarten. Darüber hinaus können Sie natürlich jederzeit weitere Stimmkarten erwerben oder auch Bargeld in die entsprechenden Schalen legen.
Es gewinnen die Werke, die den meisten Ertrag erbracht haben und die - zusammengenommen - die Dauer einer Konzertstunde nicht überschreiten. Die Ergebnisse der Auktion werden auf einer großen Leinwand angezeigt.
Ist das eigene gewünschte Stück aufgrund zu geringer Gebote noch nicht in den Zeitrahmen des Konzertes gelangt, so kann man jetzt noch einmal nachbieten, um so dem eigenen Musikwunsch zur "Konzertreife" zu verhelfen.
In den meisten Kirchen kann man denn Organisten nicht sehen, weil er
irgendwo weit oben auf der Empore musiziert. Der besondere Clou
dieser Orgelmusikauktion ist aber: Mit einer Videokamera wird während
des Konzertes das Orgelspiel von Thomas Schmidt auf die Leinwand
übertragen, so daß man im Kirchenschiff – ohne sich den Hals verrenken
zu müssen – dem Künstler auf die Finger schauen kann.
Übrigens: Für Ihre Stimmscheine erhalten Sie sofort eine steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigung.
Hier: Download der MusiklisteBenefizveranstaltung zugunsten des "Fördervereins für Kirchenmusik an der Marktkirche Neuwied e.V." Auktionator: Uwe Selzer An der Kleuker-Orgel: Thomas Schmidt
Und das schrieb die Presse...
Sonntag, 18. November 2007, 18 Uhr Marktkirche Neuwied
Abendsegen - Bleib bei mir, Herr

Anselm Grün (Texte und Sprecher) Hans Jürgen Hufeisen (Musik und Flöten) Oskar Göpfert (Klavier)
Am Abend, wenn wir nach der Arbeit und den Aufgaben des Tages zur Ruhe kommen, wünschen wir uns, dass uns jemand Gutes sagt. Wenn wir den Tag in Gottes Hände zurückgeben, können wir in seiner Gegenwart Ruhe und Frieden finden.
Die Worte des Segens von Anselm Grün sowie die Musik von Hans-Jürgen Hufeisen helfen, am Abend zu sich selbst heimzukehren. Sie machen Gottes Begleitung und Nähe hörbar. Gutes und Stärkendes wird uns mit auf den Weg gegeben und vermitteln die Zuversicht mit deren Hilfe wir den Herausforderungen des neuen Tages ins Gesicht sehen können.
Pater Anselm Grün, geb. 1945, Mönch und Cellerar der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, ist Begleiter und Berater vieler Menschen und gehört zu den meistgelesenen christlichen Autoren der Gegenwart.
Hans-Jürgen Hufeisen, geb. 1954, ist virtuoser Blockflötenspieler, Komponist, Arrangeur und Gestalter der Liturgien bei den Ev. Kirchentagen.
Seit 1983 gibt er Konzerte in aller Welt. Er veröffentlichte zahlreiche CDs und ist heute einer der bekanntesten Meister spiritueller Musik.
Eintritt: 12.50 € / Kinder bis 14 Jahre 6,-€
Evangelische Marktkirche,
Pfarrer Werner Mörchen - Str., Neuwied
Vorverkauf: Bücher Kehrein 02631-988333, Marktkirche 02631-23282
BuchLese - Autoren in Neuwied
Amt für Stadtmarketing
Bücher Kehrein
Ev. Erwachsenenbildungswerk Rheinland-Süd
Kath. Erwachsenenbildung
Sonntag, 25. November 2007, 17 Uhr Marktkirche Neuwied
Bach: Motette "Jesu, meine Freude"
und weitere Werke zu Tod und Ewigkeit von Felix Mendelssohn, Bob Chilcott, Bobby McFerrin, Morton Lauridsen, Martin Sellke, Piret Rips u.a.
Orgelchoräle von J.S. Bach
Mitwirkende: Jugendchor VIVACE Cappella Vocale Neuwied
Thomas Sorger (Orgelpositiv und Klavier) Ein Orchester
Orgel und Leitung: Thomas Schmidt
Eintritt frei (Kollekte am Ausgang)
Und das schrieb die Presse...
Foto-Galerie (es öffnet sich ein neues Fenster)
Presseberichte zu den einzelnen Konzerten:
Konzert am 4.6.2007: Missa in Jazz
Oberstufenchor swingt in der Marktkirche
Heisenberg-Gymnasiasten präsentierten die "Missa in Jazz" - Impulsivität und große Sangesfreude
NEUWIED. Seit jeher vertonen Komponisten verschiedener Epochen die bekannten lateinischen Mess-Texte und schaffen teilweise sehr inte-ressante Klangkompositionen. Aus dieser Reihe von Werken führte der Oberstufenchor des Neuwieder Werner-Heisenberg Gymnasiums in der Marktkirche die "Missa in Jazz" auf.
Die gelungene Komposition von Peter Schindler für gemischten Chor, Saxofon, Orgel und Schlagzeug spannt einen großen Bogen von den liturgischen Gesängen der Gregorianik über klassische Klänge bis hin zum ausgeprägten Jazz. Auch die Fuge aus der Barockzeit ist vertreten, sodass der Vielfalt der musikalischen Formen keine Grenzen gesetzt sind.
Mit sichtlicher Freude und Impulsivität brachte der Chor, in dem Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam singen, die Messe einprägsam zu Gehör. Der überwiegend swingende Charakter des Stückes markierte zusammen mit dem pulsierenden Rhythmus deutlich die Elemente des Jazz. Dies war gut erkennbar an den, für manchen Zuhörer "schräg" klingenden, unaufgelösten Dissonanzen, die die typischen Akkorde des Jazz kennzeichnen.
Neben dem Chor setzte Alexander Reffgen starke Akzente durch seine frei improvisierten Soli, die er abwechselnd mit Saxofon und Bassklarinette über oder zwischen dem Gesang spielte. Instrumental begleitete die Sänger außerdem Thomas Schmidt an der Orgel. Für den fast durchgehenden impulsiven Rhythmus sorgte Ingo Roth am Schlagzeug.
Manchen Ohren mag dem Stück an bestimmten Stellen der "angenehme" oder "harmonische" Klang gefehlt haben, denn Schindler bevorzugte einen expressiven Klangcharakter, indem er bewusst gelegentlich das "Schöne" einfach wegließ. Dieses musikalische Mittel diente dem Komponisten dazu, sein Gefühl zum Ausdruck zu bringen.
Die verarbeiteten Jazzelemente boten ein interessantes Klangwerk zu bekannten Texten, die, wunderbar gesungen vom Oberstufenchor, der kirchlichen Messe einen eher ungewöhnlichen Ausdruck verliehen. Eine Ausnahme stellte das letzte Stück dar. Das "Dona nobis pacem" setzte mit sanfter und ruhiger Melodie der Lebhaftigkeit der vorausgegangenen Musik ein Ende. Jegliches Expressive löste sich nun auf, sodass zum Schluss nur noch eine angenehme Stille blieb.
Sichtlich ergriffen von der musikalischen Darbietung des Chores ertönte minutenlanger Applaus, unter dem die Mitwirkenden, vor allem Hermann Werner Pollmann, unter dessen Leitung das gesamte Konzert stand, mehrmals vorkommen mussten. Natürlich erhielt das aufmerksame Publikum dann noch eine Zugabe.
Nicht zu vergessen ist auch der Unterstufenchor des Gymnasiums, der als erster Programmpunkt das geistliche Konzert in der Marktkirche eröffnete. Aus dem Musical "David und Jonathan" von Gerd-Peter Münden sang er drei Lieder, die die Geschichte des jungen Königs Davids erzählten.
Nach ihrem Auftritt saßen die kleinen Sänger in den Bankreihen und lauschten konzentriert dem Gesang der Älteren. Als dann auch die letzten Töne verklungen waren, sah man viele zufriedene Gesichter. Das Konzert hatte allem Anschein nach dem Publikum sehr gut gefallen.
Jasmin Wilhelmi, Rhein-Zeitung Neuwied am 6.6.2007
Konzert am 10.6.2007: Kreuzüber Bach
Die Grenzüberschreiter spielen Bach
Cellist Gunther Tiedemann und Saxofonist Michael Villmow mixten Stile und Epochen gekonnt
NEUWIED. "Kreuzüber Bach". Der Titel des Konzerts in der Marktkirche Neuwied bot Stoff zur Auslegung, aber letztlich wollte er vor allem wohl eins, nämlich das mittlerweile abgedroschene "Crossover" vermeiden. Formulieren wir halt ganz neutral, dass es dem in Mönchengladbach aufgewachsenen Schulmusiker und Cellisten Gunther Tiedemann, Jahrgang 1968, und dem an der Rheinischen Musikschule in Köln lehrenden, 1956 in Hamburg geborenen Saxofonisten und Jazzer Michael Villmow musikalisch stets um Grenzüberschreitung geht, und das als Interpreten und Komponisten.
Grenzüberschreitung ist gleich Abbau von Berührungsängsten zwischen E- und U-Musik, zwischen den unterschiedlichsten musikalischen Epochen und Stilrichtungen. Beispielhaft demonstrieren dies die beiden an ihrem Lieblingsobjekt, an Johann Sebastian Bach und seiner das Konzert leitmotivisch durchziehenden Suite für Violoncello Nr. 1 G-Dur BWV 1007, harmonisch so gewagt und modern strukturiert, dass sie immer wieder zur Bearbeitung herausfordert.
Tiedemann stellt die Originalstücke dynamisch bemerkenswert zurückhaltend vor, den Stoff also, den er mit Villmow imitierend, variierend, assoziativ, analytisch, konstruktiv be- und verarbeitet. Das Ergebnis ähnelt sich oft ein wenig, übernimmt doch nahezu unausweichlich das Saxofon die Führung, die Melodie, beschränkt sich das Cello mit bassartigem Pizzicato eher auf das rhythmische Gerüst.
Reizvoller, da ausgewogener sind die Variationen, bei denen Villmow statt Saxofon die Orgel einsetzt, die Gelegenheit nutzt, auch, fast ein wenig augenzwinkernd, den "Orgel-Bach" mit ins Spiel zu bringen, so in Gigue und Menuett. Akustisch verstärkte Saxofonlastigkeit kennzeichnet auch die eigenen Kompositionen des seit drei Jahren zusammen musizierenden Gespanns: Kombinationen aus langen, schwebenden Cellotönen und schwingenden Linien des Blasinstruments, wie im Klänge transparent schichtenden "Nordlicht", in der Bewegung und Ruhe entgegensetzenden, perkussiv ausgerichteten "High Tide" Tiedemanns.
Interessanter ist Villmows "Ascension" für fünf- bis siebenstimmigen gemischten Chor, Orgel und Saxofon, eine so sanft wie unaufhaltsam empordrängende "Himmelfahrt", die von der Wirkung bloßer Klangsilben und unterschiedlicher Vokale lebt und die Thomas Schmid mit dem Neuwieder Konzertchor subtil nachvollzieht.
Ein bisschen schleppend, zu sehr dem Choraligen verhaftet agiert der Chor beim "Wohl mir, dass ich Jesum habe" aus Bachs Kantate Nr. 147, bei dem Cello und Saxofon improvisierend den Orchesterpart übernehmen; hier geht Tiedemann nahezu völlig unter, gerät Villmows Dominanz zur Penetranz.
Die Uraufführung seiner "Missa brevis" beendet das Konzert, gespeist aus Quellen von Bach bis Brahms, Gregorianik bis Gospel, trotzdem nicht nur Collage bekannter Zutaten. Auffällig und den an diesem Abend gleichfalls aufgeführten eigenen Werken verwandt sind extreme Spannungspole.
Der Kontrast zwischen gregorianischer Statik, etwa im "Kyrie" oder" Agnus dei", und beschwingter, dialogisch gesteigerter Fröhlichkeit, von horizontal und vertikal ausgerichteten Passagen. Kontraste, die ähnlich extreme Wechsel in Tempo und Lautstärke verschärfen, wie bei den grandiosen Aufstiegen im "Gloria" und dem geflüstert anhebenden "Sanctus". Keine einfache, aber reizvolle Aufgabe für den Konzertchor, der sie diszipliniert löst.
Lieselotte Sauer-Kaulbach, Rhein-Zeitung Neuwied, 13.6.2007
Stanzl spielt konzentriert und ausdrucksstark
Auftakt der "Sommerlichen Orgelmusiken" in der Marktkirche: Kölner Organist und Komponist unternimmt eine Zeitreise
NEUWIED. Schwebende, vertikal kaum bewegte, sphärische Klänge breiten sich im Raum aus, nehmen schmeichelnd die Aufmerksamkeit gefangen, verführen zu der Zeitreise, auf die der Kölner Organist und Komponist Frank Stanzl beim Eröffnungskonzert der diesjährigen "Sommerlichen Orgelmusiken" in der Neuwieder Marktkirche geht. Eine Zeitreise, die mit der eingangs beschriebenen eigenen Komposition startet, bis ins 15. Jahrhundert zurück- und von dort aus wieder bis in die Gegenwart hineinführt, für die wiederum ein Werk Stanzls steht.
Werke, die sich, so Johannes Fritsch, Professor für Komposition in Köln und selber einer der wichtigsten deutschen Komponisten der Gegenwart, "durch eine große Strenge in der Begrenzung des Materials und des Ausdrucks und durch jedem äußeren Effekt misstrauende Geistlichkeit auszeichnen". Ebenso sparsam wie die einleitende, "vom jetzt" überschriebene Komposition Stanzls ist auch die abschließende, "zum jetzt" betitelte. Und trotzdem könnten beide kaum unterschiedlicher sein. Dem Fließenden der einen setzt Stanzl in der anderen ausgeprägte Rhythmik, ein hartes, fast maschinelles Stakkato entgegen - auch jetzt eher Minimalist als Verschwender.
Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, eine Tendenz zum Unterschwelligen zeichnen den Interpreten Stanzl nicht weniger aus. Hörbar ist dies gleich in drei Stücken in kanonischer Form aus dem op. 56 Robert Schumanns, weich und fast intim auch in der Registrierung die beiden ersten, spielerischer das letzte. Solche Zurücknahme, solch überlegter Einsatz interpretatorischer Mittel bekommen selbst Üppigerem gut. Zwei der berühmten Orgeltoccaten Girolamo Frescobaldis - im 17. Jahrhundert unter anderem gefeierter Organist der Peterskirche in Rom - verleihen ihrer Komplexität Transparenz und Klarheit.
Beim ältesten Punkt seiner Zeitreise, bei dem zu Beginn des 16. Jahrhunderts am kurpfälzischen Hof in Heidelberg engagierten Organisten Arnolt Schlick, ist Stanzl am ältesten und ihm trotzdem naheliegenden Punkt seiner Zeitreise angelangt. Denn auch Schlick verzichtet in seinen 1512 in Mainz veröffentlichen "Tabulaturen etlicher lobgesang und lidlein", auf übertrieben prachtvolle Kolorierung, beschränkt sich auf ein oder zwei den cantus firmus stützende, begleitende Stimmen.
Ein ganz anderer Stanzl zeigt sich in Mozarts Allegro g-Moll KV 312. Spielfreudiger könnte man da kaum herangehen, kaum lustvoller alle Möglichkeiten von Instrument und Werk auskosten, sodass aus dem Ganzen ein bezauberndes Konzert wird. Das gilt auch für eine geschickt inszenierte Szene aus einer Mozart-Oper, mustergültig in ihrer witzig herauspräparierten dialogischen Anlage.
Aber gleich in den Werken aus Ernst Peppings, einem der bedeutendsten protestantischen Kirchenmusiker des 20. Jahrhunderts, Großem und Kleinem Orgelbuch, 1939 beziehungsweise 1940 veröffentlicht, ist Stanzl wieder der Konzentrierte. Aus den kurzen, am Kirchenjahr ausgerichteten Lieder- und Choralbearbeitungen macht er komplexe, ausdrucksstarke Miniaturen, die gewaltig oder von ansteckender Freude erfüllt sind.
Lieselotte Sauer-Kaulbach, Rhein-Zeitung Neuwied, 6.9.2007
Am Montag, 10. September, ist Organist Felix Hell an der Kleuker-Orgel der Marktkirche mit Werken von Bach bis Rheinberger zu Gast; am Montag, 17. September, stellen "Hausherr" Thomas Schmidt und die Sopranistin Christiana Jordan Werke aus Romantik und Moderne für Stimme und Orgel vor. Und am Montag, 24. September, beschließt Lukas Stollhof mit Kompositionen von Bach, Schumann und Reger die Reihe der jeweils um 19 Uhr beginnenden "Sommerlichen Orgelmusiken".
Bach als Ideengeber für Komponisten präsentiert
Letztes "Sommerliches Orgelkonzert" in der Neuwieder Marktkirche mit einem überzeugenden Lukas Stollhof
NEUWIED. Im Zeichen Bachs beschloss der aus Neuwied stammende, in Stuttgart lebende Organist Lukas Stollhof die Reihe der "Sommerlichen Orgelkonzerte" in der Marktkirche. Ein Heimspiel mit erfreulicher Zuhörerresonanz.
Stollhof studierte Kirchenmusik und Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Orgel bei Ludger Lohmann in Stuttgart und absolviert dort jetzt, nach einem einjährigen Zwischenspiel am Amsterdamer Konservatorium, ein Zusatzstudium. Der Rahmen, den Stollhoff dem Konzert gibt, ist üppig und anspruchsvoll: Franz Liszts Präludium und Fuge über B-A-C-H und Max Regers Fantasie und Fuge op. 46 über das gleiche Thema. Werke, die auf das von Felix Mendelssohn beförderte Bach-Revival des 19. Jahrhunderts verweisen und dem Thomaskantor mit seinem zum Tonmotiv umfunktionierten Namen imposante Denkmäler errichten.
Stollhof lässt ihrer Monumentalität alle Ehre und Aufmerksamkeit widerfahren. Er nutzt dafür das Potenzial der Kleuker-Orgel weidlich aus, verleiht, nach den stürmischen Laufkaskaden des Präludiums, der im pianissimo misterioso, leise und geheimnisvoll anhebenden Fuge durch originelle Registrierung reizvolle Klangfarben - und spannt ihre Steigerungen ins Unwiderstehliche.
Noch wuchtiger als Liszts musikalisches Bach-Denkmal erheben sich Fantasie und Fuge Regers, allein schon der fast beschwörenden Allgegenwärtigkeit des B-A-C-H halber, das vom Pedal in die Manuale und umgekehrt wandert. Erst in der Doppelfuge, die wie bei Liszt eher leise anhebt, um möglichst viel Raum für zunehmende Grandiosität zu schaffen, tritt ihm ein zweites Thema zur Seite.
Stollhof bleibt, bei aller Intensität stets Meister des Materials; ein überlegter, dramaturgisch effektvoll entwickelnder, Akzente gezielt setzender Gestalter. Dass es in der Triosonate c-Moll BWV 526 von Johann Sebastian Bach zu leichten Ungenauigkeiten kommt, ist nicht ganz verwunderlich; zu groß ist der Sprung zwischen Liszt und Bach, zwischen romantischer Opulenz und barocker Ordnung. In der lässt sich selbst die kleinste Unebenheit nicht verstecken, nicht das winzigste Stolpern einer der drei ebenso durchsichtig wie konzertant geführten und miteinander verknüpften Stimmen.
In einem fünfteiligen Werk aus dem Jahre 1961 paraphrasiert Siegfried Reda, einer der bedeutendsten Komponisten evangelischer Kirchenmusik im 20. Jahrhundert, das "Laudamus te" aus dem Gloria von Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe. Dies geschieht im Wechsel zwischen rhythmischen, teils fast aggressiven, und stärker lyrisch ausgerichteten Passagen. Das ist abwechslungsreich auch in den Klang- und Registerfarben, deren aparten Reiz Lukas Stollhof delikat entfaltet.
Verschnaufpause vor dem gigantischen Reger-Finale bietet das Choralvorspiel "Herzlich lieb hab ich dich, o Herr", von Johann Ludwig Krebs", einem Lieblingsschüler Bachs. Das verrät trotz allem Einfluss des genialen Lehrers eigene Originalität und wirkt bei aller geistlichen Ausrichtung beinahe galant in seiner von Stollhof flinkfingrig und -füßig nachvollzogenen Leichtigkeit. Vielleicht, weil sein Schöpfer beim Titel tatsächlich auch an eigene und durchaus irdische Liebe dachte.
Lieselotte Sauer-Kaulbach, Rhein-Zeitung Neuwied, 28.9.2007
Zuhörer ersteigern schöne Orgelwerke
Marktkirche: "Konzert unterm Hammer" kam an
NEUWIED. Uwe Selzer holte in der Neuwieder Marktkirche den Hammer heraus. Selzer, Mitglied des Presbyteriums, schlüpfte in die Rolle des Auktionators und versteigerte unter dem Motto "Konzert unter"m Hammer" ein Musikstück nach dem anderen. Der Gewinn der Veranstaltung kommt dem Kirchenmusik-Förderverein zugute, der durch Spenden und Mitgliedsbeiträge das hohe Niveau der Kirchenmusik an der Marktkirche sichert, wie die Vorsitzende Gertrud Blanke-Schramm in ihrer Begrüßung betonte.
Die Besucher ersteigerten Werke, die sonst in üblichen Orgelkonzerten nicht erklingen, weil sie gar nicht für Orgel komponiert wurden - wie etwa ein Satz aus einem Klavierkonzert von Mozart oder die Filmmusik von "Pink Panther". Zu den Spitzenreitern mit den höchsten Auktionsergebnissen zählten Johann Sebastian Bachs berühmte Toccata, Georg Friedrich Händels "Halleluja" aus dem "Messias" und als unangefochtener Spitzenreiter das Largo vom selben Komponisten.
Der Clou des Abends: Das Orgelspiel von Kreiskantor Thomas Schmidt wurde von drei Kameras aufgenommen und auf eine große Leinwand im Mittelschiff der Kirche übertragen. Das Konzert wurde so zum "Public Viewing". Man konnte Schmidt auf Hände und Füße schauen, war quasi hautnah dabei, so, als würde man neben ihm auf der Orgelbank sitzen. Gerade diese Idee nahmen die Besucher als große Bereicherung an. Für den Kirchenmusik-Förderverein hat sich dieses Auktionskonzert ebenfalls gelohnt: Das finanzielle Ergebnis war beachtlich, und zudem gewann er einige neue Mitglieder.
Rhein-Zeitung Neuwied, 13.11.2007
Zwei Chöre sangen Anspruchsvolles
Konzert zum Ewigkeitssonntag in der Marktkirche Neuwied - Werke von Bach begeisterten Publikum
NEUWIED. Zwei Chöre, die beide unter der Leitung von Kreiskantor Thomas Schmidt stehen, boten am Ewigkeitssonntag ein zu Herzen gehendes, dabei hoch anspruchsvolles Konzert. Der Kammerchor Cappella Vocale Neuwied stimmte mit Felix Mendellohns "Wirf dein Anliegen auf den Herrn" auf das Thema des Tages, die Bitte um Gottes Trost, ein. Ebenfalls aus dem "Elias" erklang der Chor "Wer bis auf das Ende beharrt".
Thomas Schmidt trug einen dritten Choral aus Mendelssohns Oratorium in einer Orgel-Bearbeitung von Roland Eckert vor. Mit Johann Sebastian Bachs fulminantem Orgelwerk "Wachet auf, ruft uns die Stimme" bezog er sich auf das Wochenlied zum Ende des Kirchenjahres. Die Toccata-Carioca von Richard Bayer mit ihrem südamerikanischen Rhythmus nahm die Melodie des modernen Kirchenlieds "Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt" auf, das der Jugendchor Vivace schwungvoll vortrug.
Die jungen Sängerinnen und ein Sänger dieses Chores hatten hörbar Freude am Rhythmus, das wurde besonders bei den beiden Kompositionen von Martin Selke deutlich. Aber auch in ruhigeren Liedern wie im "Gebet" von Piret Rips und "The Lord is my Shepherd" von Bobby McFerrin, der eher als Pop-Sänger bekannt ist, fühlten sie sich offensichtlich wohl. Der schönen Komposition von Lothar Grassmann "Gott, mein Herz ist bereit" gab das Saxofon, gespielt von Christina Elbert, besonderen Glanz. Florian Schmidt und Carina Humpert überzeugten mit ihren Solo-Parts . Die Klavierbegleitung des Jugendchors lag in den Händen von Thomas Schmidt und Thomas Sorger.
Kammerchor und Jugendchor traten auch zusammen auf: Der Amerikaner Morten Lauridsen vertonte fünf der französischen Rosengedichte von Rainer Maria Rilke, eines davon , "Dirait"on" erklang in der "Doppelbesetzung" in ausgefeilter Dynamik und ausdrucksvollen Tempi, ein Hörgenuss. Das zweite gemeinsam gesungene Lied war der Irische Segen von Bob Chilcott, der das Konzert abschloss. Zuvor aber erklang das Hauptwerk des Abends, die Motette "Jesu meine Freude" von Bach. Die Cappella Vocale, unterstützt von einem Streicher-Ensemble und Orgelpositiv, sang bewundernswert sauber und klangschön.
Die letzte Strophe der Komposition in elf Teilen "Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein", war das Motto des Konzertes, das an diesem Totensonntag etwas Licht in die Dunkelheit bringen wollte. Und das ist den Ausführenden wahrlich gelungen. Christiane Tolle
Rhein-Zeitung Neuwied, 29.11.2007
Konzerte 2006
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