Das könnte Sie
auch interessieren:

Konzerte 2003






ACHTUNG!
Sie befinden sich auf den alten Seiten "Musik in der Marktkirche Neuwied". Diese Inhalte bleiben noch einige Zeit erhalten, werden aber nicht weiter aktualisiert.

Um aktuelle Informationen über die Marktkirche in Neuwied zu erhalten, besuchen Sie bitte die neue Homepage.


Klicken Sie hier: Neue Homepage "Marktkirche Neuwied"





 

 

 

Wenn sogar der Esel ein "Hallelu-i-a" anstimmt


Romantische Advents- und Weihnachtslieder bei Kerzenschein - Schütte und Schmidt begeisterten im Gemeindehaus

NEUWIED.Einen wohltuend besinnlichen Ruhepunkt in der hektischen Betriebsamkeit dieser Tage setzten der Bonner Bass-Bariton Ulrich Schütte und Kantor Thomas Schmidt am Ibach-Flügel mit ihren nachmittäglichen Advents- und Weihnachtsliedern bei Kerzenschein im Gemeindehaus an der Marktkirche Neuwied - einem für diesen Zweck neuen, aber sehr geeigneten Konzertort.

Zwar stand der mottogebende Choral von Johann Sebastian Bach, "Ich steh' an deiner Krippen hier" bei ausgewählten Liedern der Romantik zwangsläufig nicht auf dem Programm. Doch Ulrich Schütte - er war bereits bei Bachs "Johannespassion" und dem Mozart-Requiem musikalischer Gast in der Marktkirche - war auf der Suche nach musikalischen "Weihnachtsgefühlen" abseits des in diesen Wochen auf allen Weihnachtsmärkten und in Kaufhäusern endlos abgespulten üblichen weihnachtlichen Liedgutes auf zahlreiche kompositorische Kostbarkeiten großer Komponisten gestoßen.

Diese brachte er mit schlichter Innigkeit und Ehrfurcht vor dem selbst gestellten Thema, wo es angebracht war aber auch mit einer Brise innerer Heiterkeit zum Vortrag. Sein angenehm warmer, bei Bedarf stets dynamisch steigerungsfähiger Bass-Bariton, seine klare, unpathetische Stimmführung und Aussprache prädestinieren Schütte geradezu für ein solch diffiziles Programm und lassen die "Gratwanderung" zwischen hoher Liedkunst und in manchen Liedern aufblitzender Gefühlswallung ohne Probleme gelingen.

Dabei hat er sich durchaus schwierige "Lied-Brocken" ausgesucht, etwa die beiden Hugo-Wolf-Lieder "Nun wandre, Maria" und "Ach, des Knaben Augen", mit denen er gleich beginnt. Max Regers "Maria am Rosenstrauch" und "Maria Wiegenlied" gehören ebenfalls in diese Kategorie, auch die im zweiten Teil humorvoll vorgetragenen "Der König aus Morgenland" und "Knecht Ruprecht" sind durchaus keine "schlichten Weisen", wie Max Reger sie selbst bezeichnete. "Die Hirten" und "Die Könige" von Peter Cornelius singt Ulrich Schütte bewusst nicht in der bekannteren Zweitfassung, sondern in der, wie man erkennen muss, eigentlich klangschöneren, melodienseligen Frühfassung. Geradezu dramatisch "Die heiligen drei Könige" des selten gesungenen Strauß-Zeitgenossen Richard Trunk, und, wie sollte es beim Sohn Richard Wagners anders sein, große melodische Spannungsbögen in Siegfried Wagners "Weihnacht - Was soll das bedeuten".

Volkstümlicher im besten Sinne der Beginn des zweiten Teiles mit klangvollen, dennoch schlichten Bearbeitungen bekannter Weihnachtslieder von Taubert, Stolzenberg, Schmid und Röntgen und Edvard Griegs "Weihnachts-Wiegenlied". In bester Straußscher Manier hat Richard Strauß das bekannte "Schlaf wohl du Himmelsknabe du" vertont und Hermann Erdien sein Winter-Wiegenlied "Schlaf ein".

Sein "Lieblingslied" hat sich Ulrich Schütte für den Schluss aufgehoben, das humorvolle "Flucht nach Ägypten" des Kölner "Lili-Marlen"-Komponisten Norbert Schultze, bei dessen eingängiger Melodie sogar der viel beschworene Esel im Wüstensand ein Esels-"Hallelu-i-a" anstimmen darf.

Zu einem Liederabend gehört adäquat ein hervorragender Pianist und Begleiter; und da ist es einfach ein Genuss, Kantor Thomas Schmidt am Flügel begleiten zu hören und auch zu sehen. Wie er sensibel und mitfühlend die unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Lieder auslotet, dem Solisten freundschaftlicher musikalischer Partner ist, ihm unmerklich klangliche Stütze gibt auf der sich Ulrich Schütte sichtlich wohlfühlt, das ist vorbildhafte Liedbegleitung, und, wie alles, was Thomas Schmidt musikalisch anpackt, aus vollem Herzen gestaltet. Dankbarer Beifall der recht zahlreichen Zuhörer, dem Ulrich Schütte wie versprochen die spätere Fassung der Cornelius-Könige als Zugabe folgen lässt - "schenk ihm dein Herz...."

Herbert Kutscher

 

Rhein-Zeitung Neuwied am 15.12.2003




Letzte Aktualisierung: 30.12.2005 *  © Musik in der Marktkirche Neuwied 1997 - 2005
Kreiskantor Thomas Schmidt * Reckstr. 54, 56564 Neuwied * Fon: (02631) 32886 - Fax: (02631) 32885
eMail:

Evgl. Marktkirche Neuwied * Pfarrer Werner Mörchen-Str. 1, 56564 Neuwied * Fon: (02631) 23282 - Fax: (02631) 352757
eMail: