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Deutsches Liedgut und schwarzer Gospel
Sängerin Simone Lee organisierte Wohltätigkeitskonzert in der Neuwieder
Marktkirche zu Gunsten behinderter Kinder - Programm der Gegensätze
Lange schon hat man in der Marktkirche kein derart gegensätzliches, umfangreiches
Konzert gehört wie am Samstagabend. "Gospel-Queen" Simone Lee hatte ihre
musikalischen Freunde unter dem Dach vorweihnachtlicher Nächstenliebe
vereint. Ein Erlebnis für Sängerginnen und Sänger, aber auch für die zahlreichen
Zuhörer.
Von Bastian Pollmann
NEUWIED.Welche Gegensätze! Man stelle sich nur vor: Ein deutscher Männerchor
trifft zur Adventszeit auf zwei Jamaicanische Gospel-Queens. Der eine
- Werkschor bei Rasselstein - in schwarz und weiß, die Krawatten rot,
vor Würde fast bewegungslos, stimmt deutsche Chorliedsätze der geistlichen
Romantik an. Die Andacht steht den Sängern förmlich ins Gesicht geschrieben
und die Zuhörer fühlen sie auch.
Die anderen: Simone Lee und Valerie Simmonds - Mutter und Tochter - beide
im Abendkleid, Glitter hier und da, Swing und Hüftschwung, Stimmen, die
sich wie auf Flügeln unters Kirchendach tragen und Hände unwillkürlich
klatschen lassen.
Es war ein vielseitiges, an Abwechslung reiches Konzert vergangenen Samstagabend
in der Neuwieder Marktkirche. Eines mit lichten Höhen und (gelegentlich)
seichten Untiefen, denen allen aber zweierlei gemeinsam war: die vorweihnachtlich
feierliche Stimmung und der gute Zweck. Simone Lee, die alles in die Wege
geleitet hatte, stellte den Erlös dem "Verein zur Förderung spastisch
gelähmter und körperbehinderter Kinder Neuwied/Andernach" zur Verfügung.
So wurde es ein sehr persönliches Konzert der gebürtigen Jamaicanerin
Lee, irgendwo zwischen heißem Gospelfest und Hausmusik vorm wärmenden
Ofen. Man wird sagen dürfen: Alle Beteiligten stellten ihr Bestes in den
Dienst der Sache. Der Werks- chor unter der Leitung von Chordirektor Kohns
mit Liedern wie "Stern auf den ich schaue" und dem "Trommlerlied" aber
auch "Hör mein Rufen", der sehr deutschen Adaption eines Spirituals. Unter
der Leitung von Thomas Schmidt sang der Jugendchor "Vivace" vom kleinen
grünen "Tannenbaum", pries Gott mit "Laudato si". Schmidt, der musikalische
Hausherr, bereicherte das Programm selbst mit zwei vom Schalk gerittenen
Weihnachtslied-Bearbeitungen für die Orgel.
Die Gruppe JART - nach den ersten Buchstaben der Vornamen ihrer Mitglieder
- sang zum Halbplayback von "Santa Claus" und verhalf Elton Johns "Can
you feel the love tonight" zu ungewohnten Ehren als Weihnachtslied.
Zweieinhalb Stunden währte der Musikabend und bei allen Unterschieden
klappte das Miteinander doch sehr gut. Simone Lee, die "Mutter" des Konzerts
selbst war begeistert vom Gelingen und begeistert von der Summe, die sie
dem Verein nun überweisen kann.
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