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Und das schrieb am 23.2.2005 die Rhein-Zeitung zum Konzert des Saxophontrios Köln:
Bach & Co. in neuen Sound gekleidetAuf den Spuren alter Meister: Das "Saxophon Trio Köln" musizierte in der MarktkircheNEUWIED. Als es der belgische Instrumentenbauer Antoine-Joseph Sax konstruierte, war die Musik des Barocks längst passé. Vermutlich aber hätten Bach, Händel & Co. an seiner "Erfindung" durchaus ihr Vergnügen gehabt, erwies sich doch sein Saxophon, bau- und spieltechnisch eine Kreuzung aus Blech- und Holzblasinstrument, klanglich als ausgesprochen wandlungs- und einsatzfähig. Bei einem Konzert in der Marktkirche holte das "Saxophon Trio Köln" mit Dragène Drenski (Sopran), Alexander Reffgen (Alt) und Anja Borchers (Bariton) die Verbindung nach. Der Titel "Von Bach bis Swing" versprach nicht nur historische, sondern auch stilistische Grenzüberschreitung, die allerdings eher behutsam realisiert wurde. Da schien es fast ein bisschen symptomatisch, wenn sich Drenski in seiner Moderation für gelegentliche größere Freiheiten bei den Altmeistern förmlich entschuldigte. Trotzdem entpuppten sich gerade diese Kompositionen als die inte-ressantesten: Bachs zweistimmige Invention D-Dur etwa, deren Kantabilität dem Saxofon förmlich entgegenkommt, oder die dreistimmige c-Moll-Fuge aus dem "Wohltemperierten Klavier", in ihrer fließenden Durchführung des gefühlvollen Themas . Schön, wie Sopran und Alt genau jenes Fließen im engen Miteinander entwickeln, wie sie sich in Bachs "Air" aus der Suite Nr. 3 regelrecht daran ergötzen. Und wenn natürlich auch ein Saxophon-Trio mit der Klanggewalt einer Orgel nicht mithalten kann, überzeugt doch die Es-Dur-Orgelsonate, vor allem in der Fuge, durch gesteigerte Transparenz und Klarheit der Stimmführung. Erstaunlich, wie ähnlich das Sopransaxophon einer barocken Trompete werden kann, wie verwandt auch einer Flöte, wie gut die Alt-Variante den klanglichen Part einer Oboe übernehmen oder wie stark das Baritonsaxophon in die Nähe zum Fagott rücken kann. Solche Wandlungsfähigkeit macht selbst Georg Friedrich Händels eigentlich für ganz großes Orchester geschriebene, von den üppigen Ausmaßen besonders der Oboen-, Horn- und Trompetengruppen lebende Freiluftkompositionen, die Feuer- und die Wasser-Musik, in der kleinen Besetzung spiel- und im geschlossenen Raum goutierbar. Musik, deren Tanzsätze, ob Menuett, Hornpipe oder Bourrée, an sich schon ein erhebliches, damals wie heute unterhaltsames "Swing-Potenzial" haben, das man eigentlich nur noch entdecken und herausarbeiten muss. Da hätten Drenski, Reffgen und Borchers des Guten noch ein wenig mehr tun können. Immerhin wagt das Trio die eigentliche Grenzüberschreitung - auf den "Play Bach"-Spuren eines Jacques Loussier in Richtung Jazz und Improvisation wandelnd - in Pachelbels Chaconne, einem in seiner Anlage "jazzige"m Werk. Mehr in dieser Richtung hätte die durch das Thema geweckten Erwartungen eher erfüllt. Lieselotte Sauer-Kaulbach |
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