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Und das schrieb am 14.3.2005 die Rhein-Zeitung zur Aufführung von Rossinis "Petite Messe solennelle" (12.3.):

Eine "kleine Messe" mit großem Glanz

Neuwieder Konzertchor bot bemerkenswerte Leistung mit selten aufgeführtem Rossini-Werk

NEUWIED. Ein selten aufgeführtes sakrales Werk erklang in Neuwied: Die "Petite Messe Solenelle" für Soli, Chor, zwei Pianoforte und Harmonium von Gioacchino Rossini. Dem Neuwieder Konzertchor unter der Leitung von Kreiskantor Thomas Schmidt stand zur Aufführung ein hochkarätiges Solistenensemble zur Seite. In der gut gefüllten Marktkirche erlebten die Besucher einen brillanten Konzertabend.





Die "kleine Messe" ist in jeder Hinsicht eines der ungewöhnlichen Werke des italienischen Komponisten. Nach jahrzehntelanger Schaffenspause griff Rossini im Alter von 70 Jahren wieder zur Feder, um diese Messe zu schreiben. Er machte sich eigentlich vor allem als Opernkomponist einen Namen, sakrale Werke schrieb er nur selten. Die Messe beeindruckt durch ihre Vielfalt an Stilformen und ironischer Anspielungen, mit denen der Komponist arbeitete und trägt seine ganz typische Handschrift. Als "letzte Todsünde meines Alters" bezeichnete Rossini diese Komposition, die am 14. März 1864 zur Einweihung der Privatkapelle eines französischen Adeligen vor handverlesenem Publikum uraufgeführt wurde.

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Ungewöhnlich ist die Begleitung durch zwei Pianoforte und ein Harmonium, die der Komponist wählte, weil der Platz für ein großes Orchester fehlte. In der Marktkirche beeindruckte Julia Keuter am ersten Flügel, die mit viel Ausdruck das Klaviersolo "Prelude religieux" interpretierte. Am zweiten Flügel begleitete Thomas Sorger den Chor. Peter Uhl spielte ein Harmonium aus dem Jahr 1860. Das historische Instrument vermittelte einen guten Eindruck, welcher Klang Rossini für diese Partien vorschwebte.

Chor und Solisten boten in der Marktkirche ein bemerkenswertes Zusammenspiel. Zu den Glanzlichtern der Aufführung zählte unter anderem das Sopransolo "O Salutaris", das von Manuela Soto mit viel Ausdruck interpretiert wurde. Die Altistin Christine Wehler beeindruckte mit der Friedensbitte im "Agnus Dei". Tenor Shoung-Ho Shin, der kurzfristig für den erkrankten Joaquin Asiain einsprang, glänzte mit dem "Domine Deus" im Gloria. Bemerkenswert war auch die Leistung von Bassist Thilo Dahlmann im "Quoniam". Der junge Musiker befindet sich zurzeit in der Ausbildung bei Professor Dr. Ulf Bästlein an der Folkwang-Hochschule in Essen.

 

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Der Neuwieder Konzertchor kam mit dem anspruchsvollen Werk sehr gut zurecht und zeigte eine entsprechende Ensemble-Leistung. Besonders in den technisch schweren a cappella-Passagen zeigte sich das hohe Niveau, auf dem der Projektchor arbeitet. Für die rundum gelungene Aufführung dieses Werkes gab es am Ende minutenlangen Applaus und stehende Ovationen vom Publikum.

Andrea Düpper




Letzte Aktualisierung: 30.12.2005 *  © Musik in der Marktkirche Neuwied 1997 - 2005
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