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Und das schrieb am 7.1.2005 die Rhein-Zeitung zum Konzert von René Kollo: Wagner-Werke wie in alten Zeiten intoniert - 15 Stücke dargeboten - Trefflich im Duett harmonisiert - Wolfgang Wedel fungierte als einfühlsamer Begleiter an der Orgel Gesanglicher Leckerbissen in der MarktkircheStartenor René Kollo und junge Sopranistin begeistern das Publikum - Zwei Stunden Programm vor ausverkauftem HausNEUWIED. "Maria saß am Rosenhang..." - schon nach den ersten Tönen aus "Mariä Wiegenlied" von Max Reger im Festkonzert mit René Kollo in der voll besetzten Neuwieder Marktkirche spürt man es. Da ist immer noch das unverwechselbare Kollo-Timbre. Diese vertraute Stimme, die auf der ganzen Welt Begeisterungsstürme hervorgerufen hat, zieht die zahlreichen Kollo-Fans zwei Stunden in ihren Bann, alles "live und ohne playback", wie der Sänger augenzwinkernd betont. Dabei macht sich der Startenor an diesem Abend durchaus nicht rar, 15 Stücke singt der Berliner mit voller Hingabe und Stimmkraft und enttäuscht sein erwartungsvolles Publikum nicht. Und da war wohl mancher überrascht, was der 67-Jährige trotz zahlloser auf der ganzen Welt gesungenen Wagner-Partien noch in der Kehle hat. Das strahlt und glitzert, auch in den Spitzentönen, so beim "Ave Maria" von Schubert, dem "Pieta Signore" von Stradella, erst recht beim "Agnus Dei" von Bizet - und eindringlicher kann man das "Dona nobis pacem" kaum gestalten. Besonders erwähnenswert, dass der Wagner-Spezialist par excellence am Schluß des ersten Teiles das schwere "Gebet des Rienzi" aus der gleichnamigen Oper von Richard Wagner erklingen lässt - wie in alten Tagen! Ohrwurm auf Ohrwurm Im zweiten Teil reiht Rene Kollo, der auf sympathisch unaufdringliche Art die einzelnen Stücke auch ansagt (und dabei energisch erklärt, dass Mozart kein Österreicher, sondern ein "Salzburger Bayer" war), Ohrwurm an Ohrwurm: "Caro mio ben" "Jesu bleibet meine Freude", "Es muss ein Wunderbares sein", "Still wie die Nacht", "Largo" - alles im tenoralen, makellosen Glanz. Bewundernswert! Die Überraschung des Abends ist die junge Sopranistin Nina von Möllendorf, mit ihrer wunderbaren, engelgleichen Sopranstimme setzt sie glanzvolle eigene Akzente im Programm: "Laudate Dominum" von Mozart, "Panis angelicus" von Cesar Franck, "Ave Maria" von Charles Gounod, "Solveigs Lied" von Grieg - das kommt alles so klar und wohlgeformt, ohne Anstrengung in den Kirchenraum gesetzt, dass man fasziniert ist. Auch wenn sie mit ihrem erfahrenen Partner im Duett prima harmoniert bei "Drum sing ich mit meinem Liede" aus Mendelssohns "Lobgesang", den drei Volksliedern von Johannes Brahms und der schlicht anrührenden Zugabe "Der Mond ist aufgegangen" - ein wunderbarer Gleichklang der Stimmen und offensichtlich auch der Seelen. Dezente Orgelbegleitung Wolfgang Wedel an der Kleuker-Orgel begleitet die Solisten wohltuend dezent und zeigt sich in seinen eingestreuten Orgelsoli als herausragender Organist - Fuge von Mendelssohn, Fanfare und Finale von Lemmens, Intermezzo von Rheinberger. Den Schlusspunkt setzt Rene Kollo mit "Selig sind die Verfolgung leiden" aus dem "Evangeliemann" von Kienzl, noch einmal schwelgender Tenorglanz und dann standing ovations für einen wirklich großen Künstler und seine junge Partnerin, die einen ganz besonderen gesanglichen Leckerbissen servierten. Herbert Kutscher
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