Gottesdienst einmal ganz anders erleben
Der Jugendchor "Vivace" bot eine aktualisierte Interpretation
der Jona-Geschichte
NEUWIED. Inder Neuwieder Marktkirche gab es kürzlich einen außergewöhnlichen
Gottesdienst zu erleben: Denn die Worte aus der Bibel wurden diesmal nicht
gesprochen, sondern gesungen. Und anstelle des Pastors traten die Kinder
vom Jugendchor "Vivace" in Aktion. Mit dem Musical "Take
To Flight", geschrieben von dem Kieler Kirchenmusiker Gunnar Schlimme,
erzählten sie ihren Zuhörern die Geschichte von Jona und dem
Wal.
Anstatt im biblischen Zeitalter spielt die Geschichte in der Gegenwart:
Jona, der Schulsprecher, hat gerade Ferien. Als Gott ihm im Traum den
Auftrag gibt, nach Ninive zu gehen, um die. Bürger vor dem Untergang
ihrer Stadt zu warnen, ergreift er zunächst die Flucht. Unterwegs
trifft er vier Klassenkameradinnen, mit denen er eine Angeltour auf See
unternimmt.

Moderne Bibelgeschichte: Jona und Klassenkameradinnen
beim Ausflug auf See.
Bei einem plötzlichen Sturm geht Jona über Bord und wird von
einem Wal verschlungen. Schließlich gelangt er aber doch noch nach
Ninive und rettet die Stadt vor der Zerstörung. Obwohl die Erzählung
altbekannt ist, gelang es den Schauspielern und Sängern, die Zuhörer
mit ihrer frischen und modernen Interpretation der Bibelgeschichte zu
fesseln. Besonders Florian Schmidt, in der Rolle des Jona, überzeugte
mit seinen Solo-Gesangseinlagen.
Teilweise in englischer Sprache gesungen, und von Flöte, Klarinette,
Gitarre und Bass begleitet, vermittelten die flotten Lieder ihre Botschaft:
"Stand up for your right, stand up to be free... " - und trafen
damit - auch aus heutiger Sicht - ins Schwarze.
"Die Idee, sich diesem Musical anzunehmen, kam von den Kindern",
erzählt Chorleiter Thomas Schmidt. "Seit den vier Jahren, seitdem
es diesen Chor gibt, haben wir noch nie ein solches Projekt gehabt . Wir
wollten einfach einmal etwas Neues ausprobieren."
Und schon die Premiere ist den 15 Kindern gänzlich gelungen: Mit
eifrigem Applaus und Jubel belohnte das Publikum die gelungene Vorstellung.
Lucia Sabau
aus: Rhein-Zeitung, 11.9.2004
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