Das könnte Sie
auch interessieren:

Chorprojekt
2002






ACHTUNG!
Sie befinden sich auf den alten Seiten "Musik in der Marktkirche Neuwied". Diese Inhalte bleiben noch einige Zeit erhalten, werden aber nicht weiter aktualisiert.

Um aktuelle Informationen über die Marktkirche in Neuwied zu erhalten, besuchen Sie bitte die neue Homepage.


Klicken Sie hier: Neue Homepage "Marktkirche Neuwied"





 

 

 

Chorgemeinschaft sang Händels "Messias" mit großer Intensität


Zuhörer in der prall gefüllten Neuwieder Marktkirche waren beeindruckt vom großen Können des Laien-Ensembles - Gerhard Flöck leitete routiniert

NEUWIED. Es ist doch immer wieder ein erhebender Augenblick, wenn das in den hohen Frauenstimmen kaum noch singbare "Halleluja" aufklingt in Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias". Und es ist auch erstaunlich und lobenswert, mit welchem Mut und welcher Intensität sich einheimische Laienchor-Ensembles, meist gebildet als Projektchöre, immer wieder erfolgreich großen Werken der Musikliteratur widmen.

Erst unlängst führte Thomas Schmidt mit seiner Chorgemeinschaft Neuwied zwei schwierige Chorwerke von Bach und Händel auf; beim gut besuchten zweiten Abonnement-Konzert der städtischen Konzertreihe 2002/2003 war es jetzt an gleicher Stelle in der prall gefüllten Neuwieder Marktkirche Händels leicht gekürztes Oratorien-Monumentalwerk "Messias".

Dieses Werk präsentierte Kantoren-"Altmeister" Gerhard Flöck, Kulturpreisträger der Stadt Neuwied, mit einer Chorgemeinschaft, gebildet aus dem von ihm bei der VHS gegründeten Vokalensemble der Stadt Neuwied und der Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Oberbieber, deren Kantorin Beate Kühlwein selbst kräftig mitsang.

Die seit über einem Jahr laufende intensive Probenarbeit in den beiden Chören hatte offensichtlich Früchte getragen, wirkte der in Männer- und Frauenstimmen recht ausgeglichen besetzte Chor doch gut vorbereitet und sang seine exponierten Chorstellen sicher und mit großer Intensität: "Wunderbar, Herrlicher, der starke Gott . .". Auch die hohen Stellen im "Halleluja", an denen sich schon mancher Profichor die Zähne ausgebissen hat, gelingen sauber und fast mühelos. Die weit ausladende Amen-Fuge am Schluss hat naturgemäß ihre Tücken; sie beschließt ein 1741 in nur 22 Tagen entstandenes barockes Meisterwerk hoher Gottesverehrung.

Natürlich hängt der Erfolg einer "Messias"-Aufführung auch von dem Solisten-Quartett ab. Und hier stand die Aufführung im Vorfeld unter keinem guten Stern: Bassist Anselm Richter musste wegen Erkrankung passen, für ihn sprang kurzfristig der junge Bassist Christian Palberg ein. Er meisterte die kniffligen Klippen der Bass-"Paradearien" ("Warum rasen und toben die Heiden", "Sie schallt, die Posaun") mit erstaunlicher Abgeklärtheit und sicherer Stimmführung. Mit schön angelegten Kantilenen und verinnerlichter Stimmführung überzeugte Tenor Axel Hoffmann.

Ihnen zur Seite standen die Sopranistin Heidi Klusmeier und die Altistin Hilke Helling. Heidi Klusmeier braucht mit ihrer Stimme, die eigentlich ins Mezzofach tendiert, ein wenig Zeit, um sich frei zu singen. Im Verlauf der Aufführung rundete sich allerdings das Bild, beispielsweise in der mit stiller Gewissheit und innig gesungenen Arie "Ich weiß, dass mein Erlöser lebet".


Solistin kam spät

An diesem Abend mit besonderen Maßstäben zu messen ist die in Neuwied bereits mehrfach eingesetzte Kölner Altistin Hilke Helling, die bei Beginn des Konzertes - eine noch nie erlebte Situation - nicht anwesend ist. Nach einer Viertelstunde, wenige Takte vor ihrem ersten Einsatz, klinkt sich Hilke Helling in die laufende Aufführung ein (was natürlich rein auftrittsmäßig zu Unruhe führt), wobei ihre erste Arie, eigentlich einer der Höhepunkte des "Messias" ("O du die Wonne, verkündet in Zion") als vorsichtiges, gehemmtes Hineintasten in ihre Partie gerät, mit wackeliger Stimme gesungen, die sich erst im weiteren Verlauf der Aufführung festigt, so im Duett mit Heidi Klusmeier ("Er weidet seine Herde").

Nicht zuletzt zu erwähnen sind das aus erstaunlich vielen jungen Mitgliedern der Rheinischen Philharmonie (Konzertmeister Ernst Triner) gebildete Orchester, das unter der routinierten Stabführung von Gerhard Flöck einen jederzeit homogenen barocken Klangteppich unter Chor und Solisten legt, sowie der erfahrene Jakob Noll an der Orgel. Insgesamt eine Aufführung, mit der alle Ausführenden vollauf zufrieden sein konnten - der starke Beifall brachte es zum Ausdruck. Die Mühen der Vorbereitung haben sich gelohnt und Gerhard Flöck kann beruhigt seinen "musikalischen Unruhestand" weiter pflegen.

Herbert Kutscher




Letzte Aktualisierung: 30.12.2005 *  © Musik in der Marktkirche Neuwied 1997 - 2005
Kreiskantor Thomas Schmidt * Reckstr. 54, 56564 Neuwied * Fon: (02631) 32886 - Fax: (02631) 32885
eMail:

Evgl. Marktkirche Neuwied * Pfarrer Werner Mörchen-Str. 1, 56564 Neuwied * Fon: (02631) 23282 - Fax: (02631) 352757
eMail: