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Orgel






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Geschichte des Orgelbaus
in der Marktkirche




"Der gemischte Chor des Gesangvereins trug unter Leitung des Herrn Director Nohl die Motette von Bortniansky 'Du Hirte Israels' vor." So heißt es im Bericht von der Einweihung der Marktkirche in der "Neuwieder Zeitung" vom 4. April 1884. Dieser Gesang wird als ein "hervorragender musikalischer Vortrag" gelobt. Weiter sang der Chor mit Orgelbegleitung den Hymnus "Danket dem Herrn!". Somit ist bezeugt, daß die Aufforderung des Psalmisten "Lobet den Herrn in seinem Heiligtum! " von der ersten Stunde des Bestehens der Marktkirche an befolgt wurde. Ja, nicht nur wurde Gottes Lob gesungen, sondern vom Einweihungstage an stand auch eine Orgel für den Gottesdienst zur Verfügung. Das ist ungewöhnlich, gemessen an heutigen Verhältnissen, wonach der Einbau einer Orgel im Allgemeinen erst lange Zeit nach Einweihung einer Kirche erfolgt. Weiter heißt es vom Einweihungstag in oben erwähntem Bericht: "Die Orgel wurde abwechselnd von den Herren Lonas und Hohl gespielt und machte einen sehr günstigen Eindruck."

Schon während der Bauzeit der Kirche hatte man sich vor Bestellung der Orgel über verschiedene Firmen informiert, mit dem Ergebnis, die neue OrgeI bei "E. F. Walcker u Comp." in Ludwigsburg in Auftrag zu geben. Der Tag der Kircheneinweihung war vermutlich auch der Tag ihrer Indienstnahme. Sie hatte 38 klingende Stimmen, verteilt auf zwei Manuale und Pedal; der Spieltisch stand vor der Orgel, der Spieler konnte den Blick in die Kirche richten. Bälgetreter erzählen noch heute von den ersten Jahren ihrer Tätigkeit, bis in den zwanziger Jahren ein Ventilator eingebaut wurde, der die etwa 1760 Pfeifen mit Wind versorgte. Bei diesem Umbau erhielt ein neuer Spieltisch elektrische Traktur und hatte zu-nächst auf der rechten, später auf der linken Kirchenempore seinen Standort.

Freilich war die Orgel mit den Registern "Burdon", "Flauto amabile" und "Harmonika" ein "Kind ihrer Zeit", Registernamen, die mit Beginn der Orgelbewegung in den Jahren um 1930 aus der Mode kamen. Man erkannte die Orgel als ein arteigenes Instrument und nahm bei Neubauten wieder den klassischen Barockklang zum Vorbild. So war es nur eine Frage der Zeit, diese erste, nach wie vor zu lobende Orgel der Firma Walcker durch ein neues Instrument zu ersetzen, vornehmlich dann, als ihr durch Verschleiß der elektrischen Kontakte und anderer Altersgebrechen nach dem zweiten Weltkrieg allmählich die Puste ausging. Man behalf sich mit einem Übergangsinstrument, einer Kleinorgel der Firma Walcker, die auf der Nordempore aufgestellt wurde, zwischenzeitlich in der Kirche Altwied stand und heute ihren Dienst im Gemeindezentrum Rheinbreitbach versieht.


Martin Rabe, mit dem 15. August 1963 zum Kirchenmusiker der Marktkirche gewählt, gebührt das Verdienst, den Einbau der Kleuker-Orgel 1967 erwirkt zu haben, ein Instrument, das in seiner hervorragenden Qualität in Neuwied und im mittelrheinischen Raum seinesgleichen sucht. In oben erwähntem barocken Klang-Vorbild und in mechanischer Spieltraktur erbaut, besitzt es 38 klingende Stimmen, verteilt auf drei Manuale und Pedal, mit einem Bestand von nahezu 2700 Pfeifen. Das schöne Orgelgehäuse - in Lärchenholz erbaut - ziert die Westwand der Kirche. Ein Positiv mit 4 Registern der gleichen Orgelbaufirma steht im Altarraum und wird hier bei großen Aufführungen gebraucht.

 

 




Letzte Aktualisierung: 30.12.2005 *  © Musik in der Marktkirche Neuwied 1997 - 2005
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