Intrige scheitert am festen Glauben
Mit dem Musical "Daniel und die Löwen in der Grube" begeisterte
der Kinderchor Crescendo sein Publikum in der Marktkirche
Bilder von der Aufführung
Fremde Kulturen entdecken und als mutiger Abenteurer wilden Tieren gegenüber
stehen - der Stoff aus dem die Märchen sind? In der Marktkirche wurde
solch ein "Märchen" jetzt lebendig.
Von Judith Dünnwald
NEUWIED. Mit seinem Musical "Daniel und die Löwen in der Grube"
entführte der Kinderchor Crescendo die Besucher des Familiengottesdienstes
in eine andere Welt. "Drei Monate haben wir geprobt. Zuletzt fuhren
wir zu einer zweitägigen Chorfreizeit in die Eifel", lobt Kreiskantor
Thomas Schmidt seine Schützlinge. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
Mit Stimmgewalt, Temperament und bunten Kostümen begeisterten die 40 Mädchen
und Jungen des Kinderchores ihr Publikum.
"Die Geschichte ist 2200 Jahre alt und handelt vom Leben des Daniel.
Es geht darum, wie Gott die Menschen vor Ungerechtigkeit und Bedrohung
beschützt", sagt Pfarrerin Britta Tembe. Der gläubige Daniel zieht
von Juda nach Babylon, wo er fortan als Beamter arbeitet. Als König Darius
schon bald verkündet, dass er Daniel wegen seiner außergewöhnlichen Verdienste
zum Kanzler ernennen möchte, sind die übrigen Beamten empört. Von Anfang
an standen sie dem Fremden misstrauisch gegenüber. Mit einer List überreden
sie den König, ein Gebot zu erlassen, wonach im ganzen Reich 30 Tage lang
kein Gott, sondern nur der König angebetet werden darf. Der König ist
geschmeichelt und denkt nicht genug über den Erlass nach. Es kommt wie
es kommen muss: Die Beamten liegen auf der Lauer, beobachten Daniel beim
täglichen Gebet und denunzieren ihn. Der König ist bestürzt, als ihm klar
wird, welche Tragweite sein Erlass hat, fühlt sich jedoch daran gebunden
- und lässt Daniel in die Löwengrube werfen. Doch Gott lässt Daniel nicht
hängen: Er schickt einen Engel, der ihn beschützt und unversehrt nach
Hause bringt.
"Diese alte Geschichte hat viel mit unserer Wirklichkeit zu tun",
sagt Pfarrerin Britta Tembe. "Dinge wie Fremdenfeindlichkeit, Neid
und Missgunst werden hier ebenso thematisiert wie der unumstößliche Glaube
an Gott und die Hilfe, die daraus erwächst." Und so sahen es dann
auch die Kinder und ihr Publikum.
Rhein-Zeitung, Lokalausgabe Neuwied am 8.11.2000
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