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Dirigent saß an der Orgel(Rhein-Zeitung Neuwied, 3.4.2000) Konzert mit dem Wuppertaler Vokalensemble in der Neuwieder Marktkirche beeindruckte Besucher
NEUWIED. In dem Konzert des Wuppertaler Vokalensembles in der Marktkirche wurden die Totenmessen von Gabriel Fauré und Maurice Duruflé aufgeführt. Beide Werke wurden ursprünglich für Chor und Orchester geschrieben, wurden von den Komponisten aber auch in instrumental "abgespeckter" Version für Chor und Orgel herausgegeben. Diese Fassungen standen auf dem Programm. Pech für den Chor: Der für das Konzert verpflichtete Organist erkrankte kurzfristig. Kurzerhand entschloss sich Dirigent Thomas Honickel, selbst den Orgelpart zu übernehmen. Keine leichte Aufgabe, denn es galt, auf der Orgel die Klänge eines ganzen Orchesters darzustellen. Das Wuppertaler Vokalensemble, seiner dirigentischen Führung nun weitestgehend beraubt, reagierte äußerst präzise auf kleinste Hinweise seines Chorleiters, der nur mit dem Atem, mit den Augen und durch Kopfnicken den Chor leiten konnte, denn seine Hände waren an die Tasten der Kleuker-Orgel "gefesselt". Zuvor erklangen aber a capella vier Motetten über gregorianische Themen (ebenfalls Maurice Duruflé). Als Einstieg in das Konzert ein gut gewählter Programmpunkt, denn hier konnten Chor und Dirigent schon zu der Einheit verschmelzen, die für die Aufführung der beiden folgenden Requiems nötig war. Schon in diesen Motetten überzeugte der Chor durch lupenreine Intonation. Herausragend die Frauenstimmen im "Tota pulchra es", mussten doch in diesem diffizilen Satz die beiden Soprane oft in kleinsten Abständen "nebeneinander her" singen. Im nun folgenden Requiem von Gabriel Fauré zeigten nach den Einleitungstakten nun die Tenöre, dass sie selbst in der Höhe weich und warm einsetzen konnten. Gemeinsam mit den profunden Bässen übernahmen sie im Abschnitt "libera me" die Partie des Solo-Baritons. Engelhaft musizierte Martina Hellmann (Sopran) ihre Solo-Partie im "Pie Jesu". Das waren Augenblicke entrückter Schönheit. Streckenweise instrumental erklang der Chor im Requiem von Maurice Duruflé. Besonders eindrücklich die fanfarenhaften Einwürfe im "Hosanna" des Satzes "Sanctus". Kindliche Ergebenheit strahlten die Frauenstimmen zu Beginn des letzten Satzes "In Paradisum" aus. Und Honickel ließ im "Lux aeternam" durch geschickte Orgelregistrierung das ewige Licht in die Musik hinein leuchten. Ihm gelang es, durch raffinierten Wechsel der Klangfarben und differenziertes Bedienen des Schwellers, die orchestralen Farben der Partitur auch auf der Orgel nuanciert darzustellen. Eine Aufführung von packender Eindringlichkeit und meditativer Transparenz. Verdienter Beifall für ein gelungenes Konzert, trotz erschwerter Bedingungen. Die Zugabe hätte nicht sinnvoller gewählt sein können: Mendelssohns "Denn er hat seinen Engeln befohlen" aus dem Oratorium Elias. Ergriffen gingen die Zuhörer nach Hause mit den Klängen von "dass sie dich behüten auf deinen Wegen".
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