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Cappella Vocale Neuwied
Programm des Konzertes am 29.2.2004Anita Reuter - Sopran Orgel und Leitung: Thomas Schmidt
Das Programm des heutigen Konzertes vereinigt Werke von Komponisten, die alle in Leipzig tätig waren: Während eines Konzertaufenthalts in Karlsruhe empfing Max Reger 1907 seine Berufung zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig. 1915 übersiedelte er nach Jena, von wo aus er einmal wöchentlich für seine Lehrveranstaltungen nach Leipzig fuhr. Auf einer dieser Reisen erlag Reger im Mai 1916 einem Herzversagen. Andauernde Berühmtheit erlangte Reger vor allem durch seine Orgelwerke, obwohl er auch in den Bereichen der Kammermusik, der Lieder, der Chor- und der Orchesterkomposition Bedeutendes geleistet hat. Felix Mendelssohn trat schon mit neun Jahren gemeinsam mit seiner Schwester Fanny als Klaviervirtuose auf. Als Schöpfer der Sommer-nachtstraum-Musik und der Oratorien Paulus und Elias inspirierte er Wagner und wurde von diesem heftig angegriffen. Mendelssohn war der erste Kapellmeister, der sein Orchester nicht vom Instrument, sondern mit dem Taktstock dirigierte. 38-jährig starb er 1847 in Leipzig. Als Gewandhauskapellmeister führte Mendelssohn die sogenannten »Historischen Konzerte« ein, mit denen er weit über Leipzig hinaus das Bewußtsein für die Geschichte der Musik weckte und eine Entwicklung einleitete, ohne die das Sinfoniekonzert in seiner heutigen Form nicht denkbar wäre. Die Orgelwerke sind ein Niederschlag seiner Beschäftigung mit Bach und der evangelischen Kirchenmusik. Als Komponist und Musiktheoretiker war Moritz Hauptmann eine der prägenden
Gestalten der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf Spohrs und Mendelssohns
Empfehlung hin wurde er Thomaskantor und Musikdirektor in Leipzig, kurz
darauf auch Lehrer am Konservatorium; 1850 Mitbegründer und 1. Vorsitzender
der Bach-Gesellschaft. Seine Messe f-moll trägt dominierend romantische
Züge, aus denen die entschiedene Abkehr von aufgesetzter Virtuosität
der menschlichen Stimme abzulesen ist. Auch die vier Solopartien erhalten
nur alternierende Aufgaben und fügen sich in den moderaten Gesamteindruck.
Meisterhafte Führung des vierstimmigen Vokalsatzes bleibt in allen
Meßsätzen Hauptmanns vordringliches Anliegen. Als aufwandsarme
aber effektvolle Spielart der Klangfarbe läßt Hauptmann die
Solostimmen entweder dezidiert mit dem Chor colla parte gehen, oder er
behandelt sie ausgespart und für sich alternierend.
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