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Cappella Vocale Neuwied

Programm des Konzertes am 29.2.2004

Anita Reuter - Sopran
Andrea Seeberg - Alt
Arndt Schumacher - Tenor
Bernd Kämpf - Baß

Orgel und Leitung: Thomas Schmidt

 

Moritz Hauptmann
1792 - 1868

Messe f-moll
Vokalmesse op. 18
für vier Solostimmen und
gemischten Chor acappella

1. Kyrie
2. Gloria

Max Reger
1873 - 1916

Werde munter, mein Gemüte
Seelenbräutigam (Jesu, geh voran)
aus: Choralvorspiele op. 67

Moritz Hauptmann

Messe f-moll

3. Credo

Felix Mendelssohn
1809 - 1847

Orgelsonate III A-dur op. 65, 3
„Aus tiefer Not schrei ich zu dir“

Con moto maestoso
Andante tranquillo

Moritz Hauptmann

Messe f-moll

4. Sanctus
5. Agnus Dei

 

Das Programm des heutigen Konzertes vereinigt Werke von Komponisten, die alle in Leipzig tätig waren: Während eines Konzertaufenthalts in Karlsruhe empfing Max Reger 1907 seine Berufung zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig. 1915 übersiedelte er nach Jena, von wo aus er einmal wöchentlich für seine Lehrveranstaltungen nach Leipzig fuhr. Auf einer dieser Reisen erlag Reger im Mai 1916 einem Herzversagen. Andauernde Berühmtheit erlangte Reger vor allem durch seine Orgelwerke, obwohl er auch in den Bereichen der Kammermusik, der Lieder, der Chor- und der Orchesterkomposition Bedeutendes geleistet hat. Felix Mendelssohn trat schon mit neun Jahren gemeinsam mit seiner Schwester Fanny als Klaviervirtuose auf. Als Schöpfer der „Sommer-nachtstraum“-Musik und der Oratorien „Paulus“ und „Elias“ inspirierte er Wagner und wurde von diesem heftig angegriffen. Mendelssohn war der erste Kapellmeister, der sein Orchester nicht vom Instrument, sondern mit dem Taktstock dirigierte. 38-jährig starb er 1847 in Leipzig. Als Gewandhauskapellmeister führte Mendelssohn die sogenannten »Historischen Konzerte« ein, mit denen er weit über Leipzig hinaus das Bewußtsein für die Geschichte der Musik weckte und eine Entwicklung einleitete, ohne die das Sinfoniekonzert in seiner heutigen Form nicht denkbar wäre. Die Orgelwerke sind ein Niederschlag seiner Beschäftigung mit Bach und der evangelischen Kirchenmusik.

Als Komponist und Musiktheoretiker war Moritz Hauptmann eine der prägenden Gestalten der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf Spohrs und Mendelssohns Empfehlung hin wurde er Thomaskantor und Musikdirektor in Leipzig, kurz darauf auch Lehrer am Konservatorium; 1850 Mitbegründer und 1. Vorsitzender der Bach-Gesellschaft. Seine Messe f-moll trägt dominierend romantische Züge, aus denen die entschiedene Abkehr von aufgesetzter Virtuosität der menschlichen Stimme abzulesen ist. Auch die vier Solopartien erhalten nur alternierende Aufgaben und fügen sich in den moderaten Gesamteindruck. Meisterhafte Führung des vierstimmigen Vokalsatzes bleibt in allen Meßsätzen Hauptmanns vordringliches Anliegen. Als aufwandsarme aber effektvolle Spielart der Klangfarbe läßt Hauptmann die Solostimmen entweder dezidiert mit dem Chor colla parte gehen, oder er behandelt sie ausgespart und für sich alternierend.

 

 

 


 






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